Vorhersagen müssen sich an der Gegenwart orientieren

Science-Fiction-Autoren blicken in die IT-Zukunft

16. Januar 2009
Von Nicolas Zeitler
Wer in die Zukunft der Technik schauen will, darf nicht einfach ins Blaue hinein fantasieren. Laut erfolgreichen Science-Fiction-Schriftstellern gelingt der Blick in die Welt des IT-Fortschritts nur dem, der dabei das gegenwärtig Mögliche im Blick hat.

Wollen Sie wissen, wie die Welt der Technologie von morgen aussieht? Dann fragen Sie sich, welche Ziele die Menschheit heute verfolgt, welche Erfindungen sie zu diesem Ziel führen könnten, und wer von diesen Erfindungen profitieren könnte. Glauben Sie außerdem nicht, dass Sie mehr als zehn bis 15 Jahre voraus denken können. Diese Grundsätze ihrer Arbeit haben erfolgreiche Science-Fiction-Autoren unserer amerikanischen Schwesterpublikation CIO.com verraten.

"Kein vernünftiger Schriftsteller versucht, einfach irgendetwas vorherszusagen", sagt Frederick Pohl, der zuletzt gemeinsam mit Arthur C. Clarke das Buch "The Last Theorem" veröffentlicht hat. "Man versucht stattdessen, sich Dinge vorzustellen, die wirklich passieren könnten." Auch wer in seinen Geschichten technische Entwicklungen vorkommen lässt, die es heute noch nicht gibt, sollte sich dabei daran orientieren, welche technischen Möglichkeiten es in der Gegenwart gibt und wie sie sich in der Vergangenheit entwickelt haben.

Eine Vielzahl technischer Geräte, die es heute noch nicht gibt, taucht in den Büchern von Larry Niven auf: Zum Beispiel flache Scheiben von der Größe eines Kanaldeckels, auf die ein Mensch steigt, um sich von einem Ort zum anderen versetzen zu lassen. Wenn er solche Geräte erfindet, versucht Niven sich an den Zielen der Menschen zu orientieren. Eins davon sind seiner Ansicht nach blitzschnelle Reisen.

Lernen ohne Zeitaufwand und ein möglichst langes Leben sieht der Buchautor als weitere Wünsche der Menschen. Niven versucht sich auszumalen, in wie vielen Jahren diese Vorstellungen in Erfüllung gehen könnten und wie der Weg dorthin aussieht. Außerdem interessiert den Schriftsteller, wer von den Ängsten und Wünschen der Menschen zu profitieren versucht. "Es gibt immer jemanden, der daran Geld verdienen will", sagt er.