Aberdeen feiert Compliance als Effizienz-Motor

SOX und Basel II senken die Kosten

13. Oktober 2008
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Regularien wie der Sarbanes-Oxley Act(Sox) oder Basel II sind keine Hemmnisse, sondern Treiber für Kostensenkungen und schlankere Geschäftsabläufe. Das behauptet zumindest der US-Marktforscher Aberdeen in einer Studie.
Während erfolgreiche Unternehmen ihre Bußgelder reduzieren, zahlen die anderen drauf.
Während erfolgreiche Unternehmen ihre Bußgelder reduzieren, zahlen die anderen drauf.

Jubeln statt Jammern - die Analysten von Aberdeen rufen in Sachen ComplianceCompliance eine Trendwende aus. Ihre These: Wer Regularien wie Sox oder Basel II für eine ausgefeilte Business-Intelligence-Strategie nutzt (BI), profitiert von effizienteren Prozessen und Kostensenkungen. Alles zu Compliance auf CIO.de

Aberdeen untermauert das mit einer Studie, in der die analysierten Unternehmen je nach Performance in die Kategorien "Best in Class" (BiC), Mittelfeld und Schlusslichter ("Laggard") eingeteilt werden. Demnach konnten die Klassenbesten die Wirksamkeit ihrer Risk-Management-Aktivitäten um rund ein Drittel (31 Prozent) steigern. Dem Mittelfeld gelang nur eine Verbesserung um acht Prozent, den Nachzüglern um ein Prozent.

Ein Blick auf die Kosten: Während die BiC-Unternehmen ihre Bußgelder für Non-Compliance-Vorfälle um 14 Prozent senken konnten, sind sie bei allen anderen um ein Prozent gestiegen. Außerdem nehmen die Musterschüler für sich in Anspruch, die Effizienz ihres Compliance-Trackings um 30 Prozent verbessert zu haben. Die anderen Studienteilnehmer erreichen nur neun Prozent.

Diese Ergebnisse resultieren laut den Studienautoren aus einem Mix organisatorischer, prozessualer und technischer Faktoren. So haben 90 Prozent der BiCs einen GRC (Governance, Risk, Compliance)-Verantwortlichen eingesetzt. Im Schnitt sind es nur 78 Prozent. Stichwort Technik: 91 Prozent der besonders erfolgreichen Firmen arbeiten mit Analyse-Tools, die Risk- und Compliance-Prozesse sichtbar machen - im Durchschnitt können das nur 45 Prozent von sich behaupten.