Texterfassung mit IBM-Lösung

Spracherkennung sparte 200.000 Euro

28. Dezember 2011
Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
In der Sozialverwaltung der dänischen Gemeinde Fredericia verfassen die Mitarbeiter seit einigen Monaten ihre Texte nicht mehr mit der Tastatur sondern mit ihrer Stimme.

48.000 Einwohner leben in der Gemeinde Fredericia an der Ostküste der Halbinsel Jutland in Süddänemark. Im öffentlichen Dienst arbeiten derzeit rund 4.500 Menschen, Sie sind in der Kinder- und Altenbetreuung, im Jobcenter, in Büchereien und bei sozialen Diensten beschäftigt. Die Kommune von Fredericia überlegt stets, wie sie Kosten einsparen kann, ohne dass ihre Dienste darunter leiden. In absehbarer Zeit werden zahlreiche Mitarbeiter in den Ruhestand gehen, deren Stellen nicht neu besetzt werden können. Die Anzahl der Verwaltungsangestellten wird abnehmen, während zugleich mehr Bürger Unterstützung benötigen.

Die Gemeindeverwaltung suchte nun nach Möglichkeiten, wie sie den Arbeitszeitanteil für Verwaltungsaufgaben im öffentlichen Dienst zugunsten produktiverer Tätigkeiten verringern könnte. Nun führte sie in Zusammenarbeit mit IBM Global Business Services eine Spracherkennungsplattform von Nuance Communications ein.

Marianne Rasmussen, Direktorin der Abteilung Wirtschaft, IT und Bürgerdienste, berichtete nach einigen Monaten Praxisbetrieb von „deutlichen Effizienzgewinnen" durch das Projekt. „Bis jetzt haben wir etwa 1,5 Millionen Kronen (über 200.000 Euro, Anm. der Red.) eingespart", sagte Rasmussen. Einen Teil der realisierten Einsparungen dürfen die Abteilungen selbst behalten, sie dürfen auch über die Verwendung der eingesparten Gelder bestimmen.

Mit der neuen Lösung habe sich die Anzahl der Wörter, die ein Mitarbeiter an einem durchschnittlichen Arbeitstag pro Minute erfassen kann, von 59 auf 205 erhöht. „Wir können mit der Spracherkennung schneller arbeiten. Dadurch bleibt uns mehr Zeit für Gespräche mit Bürgern", sagte Rasmussen. Durch die gestiegene Effizienz könne man auf längere Sicht mehr Fälle betreuen.

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