Verfassungsschutzbericht 2009

Wie Datenspionage funktioniert

22. Juli 2010
Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.
Angriffe auf Behörden und Wirtschaftsunternehmen in Deutschlandgehen in unverminderter Intensität weiter. 2009 hat das Bundesamt für Verfassungsschutz hunderte Angriffe chinesischen Ursprungs gezählt.

Der Verfassungsschutz stellt in seinem Bericht für das Jahr 2009 eine anhaltend große Zahl an sogenannten elektronischen Angriffen fest. Unter diesen Begriff fasst das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) "gezielte Maßnahmen mit und gegen IT-Infrastrukturen" zusammen. Neben der Informationsbeschaffung fallen darunter auch Aktivitäten, "die zur Schädigung bzw. Sabotage dieser Systeme geeignet sind".

Angreifer sind nicht nur private Organisationen. Der Verfassungsschutz stellt in seinem Bericht fest, dass sich auch "fremde Nachrichtendienste" dieser Techniken bedienen - wohl vor allem, um für einheimische Unternehmen den Wissensvorsprung der internationalen Konkurrenz auszugleichen.

Seit 2005 registriert das BfV solch zielgerichtete Angriffe auf Behörden und Wirtschaftsunternehmen in Deutschland, die "bis heute in unverminderter Intensität anhalten". Im Jahr 2009 hat das Amt "mehrere hundert Angriffe chinesischen Ursprungs auf deutsche Behörden" gezählt.

Die große Dunkelziffer, die der Verfassungsschutz hinter diesen Zahlen vermutet, gilt indes nicht nur für staatliche Stellen. Da das Amt sich per Definition nicht um Angriffe auf private Unternehmen kümmert, sofern es sich nicht um Spionage staatlicher Stellen handelt, liegen auch hier die weitaus meisten Angriffe im Dunkeln.