Big Brother am Arbeitsplatz

Wie Firmen ihre Mitarbeiter überwachen

11. April 2008
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Mitarbeiter, die an ihrem Arbeitsplatz private E-Mails schreiben oder im Internet Ziele für nächste Urlaubsreise suchen oder sich auf Auktionsplattformen tummeln, sind keine Seltenheit. Sie verstoßen dabei jedoch meist gegen die Sicherheitsrichtlinien ihres Arbeitgebers und riskieren, entlassen zu werden. Über die Hälfte der US-Firmen haben aus diesen Gründen schon einmal Arbeitnehmer entlassen. Das zeigt eine Untersuchung der American Management Association (AMA) in Zusammenarbeit mit dem E-Policy-Institut.
43 Prozent der US-Unternehmen überwachen die E-Mails aller Angestellten oder von ausgewählten Abteilungen.
43 Prozent der US-Unternehmen überwachen die E-Mails aller Angestellten oder von ausgewählten Abteilungen.

Unternehmen haben viele Möglichkeiten, die Computer-Aktivitäten ihrer Mitarbeiter zu überwachen. Diese reichen von der permanenten oder partiellen E-Mail-Kontrolle über die Blockierung von Websites bis hin zur Nachverfolgung vom Mobiltelefon-Einsatz per GPS (Global Positioning Systems) und dem Abhören von Telefonen.

Private E-Mail- und Internet-Nutzung führt zur Entlassung

In Verbindung mit internen Richtlinien zum elektronischen Geschäftsverkehr wollen Firmen damit die Produktivität der Anwender erhöhen sowie Prozess- und Schadensersatzrisiken minimieren.

Mehr als ein Viertel der befragten Unternehmen, haben schon einmal Arbeitnehmer wegen E-Mail-Missbrauchs entlassen. Die Gründe sind vielfältig. Knapp zwei Drittel gab an, dass die Arbeitnehmer dabei gegen interne Richtlinien verstoßen haben. Rund 62 Prozent hätten sich gegenüber Geschäftspartnern und Kunden im Ton vergriffen.

Etwas mehr als ein Viertel der Mitarbeiter, so die Angabe, hätten zudem ihren geschäftlichen Mail-Account exzessiv zum Versand privater Nachrichten genutzt. 22 Prozent hätten Vertraulichkeitsregeln verletzt.

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