Verlierer Microsoft

Falsche Wahrnehmung: Wildwuchs bei Privat-IT

04.04.2012, von

Laut Forrester verliert die IT schon jetzt den Überblick. Und auch unter den Anbietern steht für die Analysten ein vorläufiger Verlierer fest: Microsoft.

Der Teil der Wirklichkeit, den die IT-Verantwortlichen in Europa und Nordamerika sehen: Gerade IT-Mitarbeiter selbst nutzen oft drei Geräte und mehr.Vergrößern
Der Teil der Wirklichkeit, den die IT-Verantwortlichen in Europa und Nordamerika sehen: Gerade IT-Mitarbeiter selbst nutzen oft drei Geräte und mehr.
Foto: Forrester Research

Smartphones und Tablets, aber auch andere Möglichkeiten der Arbeit unterwegs und zu Hause im Breitbandinternet-Zeitalter haben der IT-Abteilung längst den Blick auf das tatsächlich genutzte Gerätearsenal verstellt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Forrester Research, die auf Basis einer Befragung von 10.000 Wissensarbeitern und 2300 IT-Hardware-Verantwortlichen den Einsatz von Computern zu Arbeitszwecken weltweit erforscht.

Autor Frank E. Gillett schließt zwangsläufig auf eine Wahrnehmungs-Diskrepanz. Die Hälfte der befragten Mitarbeiter gibt an, mindestens drei Computer oder Mobilgeräte zur Arbeit zu nutzen. Typischerweise dürften das neben dem Desktop am Arbeitsplatz ein Desktop zu Hause oder ein Laptop sein; hinzu kommt noch ein Smartphone. 60 Prozent dieser Geräte werden laut Studie sowohl dienstlich als auch privat genutzt; nur 14 Prozent werden strikt nur zur Arbeit verwendet.

Mit diesem Befund verträgt sich allerdings das Ergebnis der Umfrage unter den IT-Verantwortlichen überhaupt nicht. Demnach dürften etwa ein Drittel der Entscheider im Unternehmen mindestens drei Geräte nutzen, dazu noch ein Viertel der Mitarbeiter in den IT-Abteilungen selbst, keinesfalls aber eine Mehrheit der Wissensarbeiter. "Die Lücke zeigt, dass die IT keinen vollständigen Überblick über die Geräte hat, die zur Arbeit verwendet werden", schlussfolgert Gillett.

Grauzonen statt Kontrolle

Der nicht aufzuhaltende Einzug von Smartphones, Tablets und persönlichen Notebooks in die Unternehmen schafft sich also seine grauen Zonen und lässt den Wildwuchs grassieren. Wie wenig Kontrolle vorhanden ist, verdeutlicht ein anderer Befund. Lediglich 6 Prozent der Unternehmen hatten 2011 schon ein Bring-Your-Own-PC-Programm am Start (BYOPC); Ende diesen Jahres werden aus laut Studie etwa 8 Prozent sein – eine Minderheit also.

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