Kreditkarte versus NFC

Mastercard, Visa & Co. gegen Google

08.10.2012, von Hartmut Wiehr

Kreditkarten punkten mit einem kleinen iPhone-Aufsatz gegen Google und NFC. Ein Kampf der Bezahlsysteme.

Wer hätte das gedacht: Google Wallet, Digita Wallet und andere Methoden, die auf dem kontaktlosen Bezahlen (NFC, Near Field Communication) aufsetzen, waren für einige Anbieter und Analysten schon die sicheren Totengräber des Bezahlens mit Bargeld und Kreditkarte. Doch klamm und heimlich ist ein neuer Konkurrent am Horizont aufgetaucht, der Smartphones und Kreditkarte miteinander kombiniert. Das könnte die schon totgesagte Kreditkarte nicht nur zu neuem Leben erwecken, sondern ihr erst ganze Märkte so richtig erschließen.

Mit dem Kartenleser von Square können auch kleine und mobile Unternehmen das Bezahlen mit Kreditkarte akzeptieren. Vergrößern
Mit dem Kartenleser von Square können auch kleine und mobile Unternehmen das Bezahlen mit Kreditkarte akzeptieren.
Foto: Square

Zum Beispiel den in Deutschland. Denn anders als in den USA sind Kreditkarten hier noch keineswegs allgemein durchgesetzt. Das Misstrauen ist groß, und unzählige Betrugsgeschichten machen immer wieder die Runde, zu Recht oder zu Unrecht. Mehr als die Hälfte der Bundesbürger (57 Prozent) bezahlen lieber bar, wenn sie etwas vor Ort einkaufen. Mit der neuen Technologie, die das unkomplizierte Bezahlen mit Kreditkarte auch bei kleinen Geschäften oder Dienstleistern erlaubt, könnte sich das ändern.

iPhone-Aufsatz für Kreditkarten von Square

Als Pionier bei der Einführung des neuen Terminals für Kreditkarten gilt das amerikanische Start-up Square. Bereits 2009 ist es mit einem Aufsatz für das iPhone herausgekommen, durch das praktisch überall – Netzverbindung vorausgesetzt – Kreditkarten durchgezogen werden können. Solche Geräte, die es inzwischen auch von anderen Anbietern gibt, kosten etwa 10 Euro oder werden kostenlos ausgegeben. Den Square-Aufsatz plus Software gibt es für iPhone, iPad und Android-Geräte.

Square und andere bekommen für jede getätigte Abbuchung einen Betrag von ungefähr 2,7 bis 2,9 Cent (US- oder EU-Währung), werden also nach dem klassischen Inkassoprinzip auf diesem Sektor bezahlt. Der Kunde unterschreibt mit dem Finger auf dem digitalen Gerät.

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