| Inhalt dieses Artikels: | |
| Die Übernahmewelle rollt | |
| Als die IT-Branche am Abgrund stand | |
13.11.2009, von Christof Kerkmann, Rene Schmöl, Daniel Schnettler
Die Technologiebranche ist in der schweren Wirtschaftskrise in Einkaufslaune. In den vergangenen Monaten sorgten die Größen der IT-Industrie mit milliardenschweren Übernahmen für Schlagzeilen. Am Mittwoch schlug Hewlett-Packard (HP) wieder zu.
Der Primus der PC-Hersteller kündigte an, für 2,7 Milliarden Dollar den Netzwerkausrüster 3Com zu kaufen. Volle Kassen auf der einen, Schnäppchenpreise auf der anderen Seite - das jüngste Beispiel macht deutlich, warum die Übernahmewelle rollt.
Schon in den vergangenen Monaten haben sich etliche IT-Konzerne durch große Übernahmen gestärkt. Der Datenbank-Anbieter Oracle - für seine aggressive Gangart berüchtigt - kauft für 7,4 Milliarden Dollar den Software- und Server-Spezialisten Sun, wenn die Europäische Kommission zustimmt. Die beiden Hardware-Hersteller Xerox und Dell übernahmen IT-Dienstleister. Und IBM zahlt die 1,2 Milliarden Dollar für SPSS - einen Anbieter von Analyse-Software - fast aus der Portokasse.
Die Ausläufer der Übernahmewelle erreichten auch den deutschen Markt: Die Software AG aus Darmstadt investiert knapp 500 Millionen Euro in den Kauf des Unternehmens IDS Scheer, das sich als IT-Berater einen Namen gemacht hat. Gemeinsam erreichen die beiden hiesigen Branchengrößen einen Umsatz von einer Milliarde Euro.
"Cloud Computing und Virtualisierung zwingen die IT-Konzerne zu Übernahmen", sagt Analyst Rüdiger Spies beim amerikanischen Marktforschungsunternehmen IDC. Unter den Schlagworten verbergen sich die zunehmende Vernetzung von Rechnern und die Bereitstellung von Dienstleistungen über das Internet. Dabei spielt die Hardware eine immer geringere Rolle. Es kommt auf die intelligente Software an, damit kein Datenchaos entsteht.
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