Konzentration auf Großkunden birgt Risiken

Ärger wegen Umbau bei T-Systems

13. November 2008
Riem Sarsam ist IDG-Redakteurin und leitet verantwortlich das CIO Leadership Excellence Program (LEP), eine exklusive Fortbildung für IT-Manager, gemeinsam veranstaltet von CIO und der WHU – Otto Beisheim School of Management .
Die geplante Umstrukturierung bei T-Systems sorgt für gemischte Reaktionen. Berater finden sie sinnvoll, von der vor allem Großkunden profitieren. Mittelständler sind weniger zufrieden: Sie befürchten, dass sie weiterhin zu wenig individuelle Lösungen bekommen.

T-Systems soll künftig im internationalen Markt ganz vorne mitmischen. Deshalb will sich die Telekom-Tochter ganz auf das Großkundengeschäft konzentrieren. Die Top 400-Konzerne mit rund 5.000 zugehörigen Firmen bleiben beim IT-Dienstleister. Die etwa 160.000 Mittelstandsunternehmen werden der Privatkundensparte T-Home angegliedert.

"Dieser Schritt ist logisch und richtig", beurteilt Andreas Zilch vom Berater Experton Group die Pläne von T-Systems. Der Dienstleister sei zunächst angetreten, um den gesamten Markt für Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) zu bearbeiten. Trotz einzelner Erfolge in allen Segmenten, musste das Unternehmen erkennen, dass die Kunden sehr unterschiedliche Ansprüche haben.

Die Unterteilung in Enterprise Services für Großkunden und Business Services für den Mittelstand konnte dieses Problem nur zum Teil lösen, so Zilch: "Denn das Delivery lief teilweise über Kreuz und es kam auch zu Überschneidungen bei den Kunden."

"T-Systems hat an der richtigen Stelle abgespeckt", sagt Stephan Kaiser von PAC.
"T-Systems hat an der richtigen Stelle abgespeckt", sagt Stephan Kaiser von PAC.
Foto: PAC

Ähnlich sieht es PAC-Analyst Stephan Kaiser: "Der Schritt ist durchaus sinnvoll, um im harten Konsolidierungsmarkt der IT-Dienstleister international zu bestehen." Seiner Meinung nach stand das bisherige Konstrukt den ehrgeizigen Plänen von T-Systems im Wege, zu einem der internationalen Top-Anbieter aufzusteigen.