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Die 10 größten ERP-Pannen 2011

12. Januar 2012
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und seit 2006 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Kosten schießen nach oben, Funktionen fehlen, Implementierungspartner schlampen: 2011 wurden viele ERP-Projekte verbockt. Kunden beklagen Millionen-Schäden.

Auch 2011 sind wieder viele ERP- und andere Software-Projekte aus dem Ruder gelaufen. Gescheiterte IT-Projekte verursachen in Unternehmen nicht nur hohe Kosten, sondern auch der damit verbundene Arbeitsaufwand ist umsonst. Hinzu kommen gegenseitige Beschuldigungen von Kunden und ERP-Anbietern und - nicht selten - auch Gerichtsverfahren. Chris Kanaracus von unserer IT-Nachrichtenagentur IDG News Service hat die zehn schlimmsten ERP-Pannen zusammengetragen.

Fall 1: Gescheitertes Public-IT-Projekt kostet Milliarden

Pannen bei der Einführung von ERP-Systemen kommen immer wieder vor. Für Unternehmen endet das meist kostspielig.
Pannen bei der Einführung von ERP-Systemen kommen immer wieder vor. Für Unternehmen endet das meist kostspielig.
Foto: StefanieB./Fotolia.com

Der staatliche Gesundheitsdienst National Health Service (NHS) in Großbritannien startete im Jahr 2002 das weltweit größte Public-IT-Projekt. Ziel war es, eine elektronische Gesundheitsakte für alle Bürger im United Kingdom einzuführen und die Daten der Versicherten zentral in einem IT-System zu verwalten. Vor kurzem haben Regierungsverantwortliche den Stecker gezogen. Innerhalb von acht Jahren hat der britische Staat zwölf Milliarden Pfund (umgerechnet 18,7 Milliarden US-Dollar) in das riesige IT-Projekt gepumpt. Trotzdem war es nicht gelungen, ein arbeitsfähiges System aufzubauen. Begründet wurde der Abbruch damit, dass der NHS nicht die geforderten modernen IT-Services erhalten habe, um das Projekt erfolgreich durchführen zu können.

Fall 2: Stadt New York will Geld zurück

Die Stadt New York wollte mit einer neu entwickelten Software die Arbeitszeiterfassung und Abrechnung für die städtischen Angestellten vereinheitlichen und IT-gestützt abwickeln. Ziel des IT-Projekts war es, die Prozesse effizienter zu machen und gegen Mitarbeiter vorzugehen, die bislang in ihr Arbeitszeitblatt nicht geleistete Überstunden eintrugen. Doch das CityTime genannte Projekt endete in einem Fiasko.

Die Kosten liefen aus dem Ruder, und es gab offenbar kriminelle Machenschaften beim mit dem IT-Projekt beauftragten Systemintegrator SAIC und Subunternehmer Technodyne. Ursprünglich war für das Vorhaben ein Budget von 63 Millionen Dollar eingeplant. Zum Schluss hatten die Kosten die schwindelerregende Höhe von 760 Millionen Dollar erreicht.