Konsolen-Zombie oder E-Mail-Spitzel

Die sieben dreckigsten IT-Jobs

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
In der IT gibt es nicht nur Nerds und High-Tekkies. Wer glaubt, in einer sauberen Branche zu arbeiten, kann sieben richtig unangenehme Job-Rollen ausprobieren. Insider Dan Tynan packt aus, welche das sind.
Nicht für jeden IT-Job braucht man ein gepflegtes Auftreten.
Nicht für jeden IT-Job braucht man ein gepflegtes Auftreten.
Foto: Alina Isakovich - Fotolia.com

Schickes iPhone am Ohr, stylisches Netbook auf den Knien und den Kopf voller hochkomplizierter Daten? IT geht auch ganz anders. Dan Tynan von unserer US-Schwesterpublikation InfoWorld hat sie aufgezählt, die sieben unbeliebtesten IT-Jobs. Diese sind:

1. Der Stöpsel-Spezialist: Garth Callaghan heißt der wackere Mann, der eine scheinbar ganz einfache Arbeit zu Geld machen wollte. Hardware-Kabel abziehen und wieder einstecken. Die einzige Bedingung: Körperliche Fitness und eine Affinität zu Adaptern, Plugs und Dongles.

Heute weiß er, was die Arbeit bei einer professionellen Umzugsfirma bedeutet. In den meisten Büros wurde vor fünf oder zehn Jahren das letzte Mal unter die Tische geguckt. Zum Stöpsel-Spezialisten eignet sich nur, wer auch eine Affinität zu Basketball-großen Staubknäueln hat.

Eine Herausforderung zeigt sich auch auf den Tischen. Mit den Essensresten in manchen Tastaturen könnte man ein kleines Entwicklungsland durchfüttern. Eine stilbewusste Dame fand ihre Arbeitsgeräte offenbar zu langweilig und strich das Keyboard mit Nagellack an. Andererseits: auch nicht schlechter als rußgeschwärzte Tastaturen.

Callaghan erinnert sich besonders gern an einen Fall, in dem sich die Kabel in dem Spalt zwischen Arbeitsplatz und Wand einfach nicht bewegen ließen. Keinen Zentimeter. Irgendwann riss er einfach grob an den Kabeln, und eine Flasche mit italienischer Salat-Sauce schoss in die Höhe.

Die Sauce regnete auf Wand, Computer und Stöpsel-Spezialisten herunter. Ein Blick auf das Flaschen-Etikett ergab, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum für das Dressing zwei Jahre zurücklag. Er esse aber trotzdem noch gern Salat mit Italy-Dressing, versichert Callaghan.

2. Der Datenkrisen-Berater: Erwachsene Menschen, die schlimmer weinen als Kinder, sind das Klientel von Kelly Chessen. Sie arbeitet bei einem Unternehmen, die verlorene Daten wiederherstellt. Dabei geht es nicht nur um die letzten und einzigen Videos der just verstorbenen Eltern, sondern auch um komplette Microsoft Exchange Server. Sie habe mit Managern gesprochen, die dachten, sie könnten RAID 5 selbst implementieren, erklärt Chessen. Sie konnten es aber doch nicht.

Telefonseelsorge für Datenschlamper

Wenn man 30 Minuten lang angebrüllt wird, berichtet die Frau mit dem offiziellen Titel Data Crisis Counselor, fällt es nach fünf bis zehn Minuten schwer, das Ganze nicht persönlich zu nehmen. Sie ist froh um ihre fünf Jahre Erfahrung in der Telefonseelsorge. Oft haben die Anrufer extrem große Angst, nicht nur geschäftkritische Daten, sondern auch den Job zu verlieren. Was bei Kelly Chessens Klienten auch schon vorgekommen ist. Ihr Fazit: "Ein normaler IT-ler kann diese Arbeit nicht machen!"

3. Der Konsolen-Zombie: Blasse Gestalten, die nie an die Sonne kommen, weil sie den ganzen Tag im Rechenzentrum hocken und auf Flachbildschirme starren, sind für viele Entscheider unverzichtbar. Also hockt ein Konsolen-Zombie herum und merkt auf, falls ein grünes Lämpchen plötzlich rot blinken sollte. Manchmal hofft er wohl auch, dass das endlich mal passiert, mutmaßt Dan Tynan.

Zur Startseite