Berufstätige immer erreichbar

Feierabend gibt es nicht mehr

02. September 2009
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Die Grenzen zwischen Beruf und Privatem verschwimmen. Drei von vier Berufstätige darf man auch in ihrer Freizeit kontaktieren. Im Gegenzug nutzt aber auch jeder Zweite das Internet am Arbeitsplatz für Privates.

Jeder kennt die Mail-Abwesenheitsassistenten. Sie erklären, dass der Empfänger in spe gerade Urlaub macht und deshalb nicht unmittelbar auf die Nachricht reagieren wird. Wo früher ein Verweis auf die Rückkehr oder den Vertreter zu lesen war, versenden sogenannte Urlauber der Jetztzeit ihre Handynummern. Oder sie vermerken, dass Sie auch im Urlaub auf Mails zugreifen, wenn auch unregelmäßiger.

Drei von vier Beschäftigten sind auch in ihrer Freizeit für das Unternehmen erreichbar.
Drei von vier Beschäftigten sind auch in ihrer Freizeit für das Unternehmen erreichbar.
Foto: Vodafone D2 GmbH

Die neu gestalteten Abwesenheitsassistenten sind nur ein Indiz für eine Ahnung, die eine Umfrage des Branchenverbandes Bitkom nun offiziell bestätigt: Die Grenzen zwischen Privatem und Beruflichem verschwimmen zusehends.

Fast drei Viertel (73 Prozent) aller berufstätigen Internetnutzer sind auch außerhalb ihrer regulären Arbeitszeiten per Internet oder Handy erreichbar. Jederzeit dürfen Kunden, Kollegen und Vorgesetzte bei 36 Prozent der Befragten anrufen. Ein weiteres Drittel gibt an, nur unter der Woche abseits der Arbeitszeiten zu sprechen zu sein. Vier Prozent der Befragten darf man zwar nicht unter der Woche anrufen, aber durchaus aus dem Wochenende reißen.

Männer (77 Prozent) sind häufiger außerhalb der normalen Arbeitszeiten erreichbar als Frauen (68 Prozent). Auch das alter spielt eine Rolle. Unter den Arbeitnehmern bis zum alter von 29 Jahren sind nur 53 Prozent in ihrer Freizeit per Handy und Internet erreichbar. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es dagegen 83 Prozent.

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