Nach dem Verkaufsstart

Fragezeichen hinter SAP Business by Design

30. September 2010
Riem Sarsam ist IDG-Redakteurin und leitet verantwortlich das CIO Leadership Excellence Program (LEP), eine exklusive Fortbildung für IT-Manager, gemeinsam veranstaltet von CIO und der WHU – Otto Beisheim School of Management .
Ende Juli fiel der offizielle Startschuss: SAP geht mit seinem On-Demand- Produkt Business by Design an den Markt. Die Spannung ist auf allen Seiten groß - bei Kunden, Partnern und nicht zuletzt bei SAP selbst.

"Wir arbeiten, und SAPSAP kümmert sich um alles andere". Auf diese Formel bringt Oliver Zeller den Einsatz seiner neuen Firmensoftware. Zeller ist Geschäftsführer von Ploetz + Zeller, einem Beratungs- und Softwarehaus für Business Process Excellence in München. Im Mai dieses Jahres entschied sich das Unternehmen für Business by Design PSP (Professional Service Provider). Im Juni folgte die Implementierung, seit Anfang Juli läuft das System. "Um die wachsende Komplexität unseres Geschäftes zu bewältigen, brauchen wir eine einheitliches Kernsystem, das als Datendrehscheibe im Unternehmen fungiert", sagt Zeller. Alles zu SAP auf CIO.de

Aus Sicht von SAP dürfte das Münchener Unternehmen der Idealtypus des Business-by-Design-Anwenders sein: Es ist klein, es will keine eigene IT-Infrastruktur aufbauen, keine IT-Mannschaft beschäftigen. Es kommt aus der Dienstleistungsbranche - einem Wirtschaftszweig, in dem SAP bislang unterrepräsentiert ist. Es legt Wert auf Verlässlichkeit und Investitionsschutz. Und es wird von einem SAP-Partner, in diesem Fall der Bielefelder itelligence AG, betreut.

BbD für Konzerne - Wer nicht fragt ...

Business by Design (BbD) ist eine Software für den Mittelstand. Sagt SAP. Anders als bei Business One, das Walldorf ja eine Zeitlang auch für die Tochtergesellschaften von Konzernen angepriesen hat, zielt die offizielle Marschrichtung für Business by Design derzeit ausschließlich auf das untere Marktsegment. Mit zwar kleinen, aber sehr vielen potenziellen Kunden. Doch SAP wäre nicht SAP, wenn es nicht auch die Optionen für seine klassischen Kunden – die Großunternehmen – ausloten würde. Noch ist die Idee, Business by Design für Konzerntöchter anzubieten, nur wenig mehr als ein Gedankenspiel. Im Hintergrund versucht man aber schon erste Schritte mit einem Konzern. Wenn also SAP bei Anfragen abwinkt – beharren Sie darauf. Wird Business by Design ein Erfolg, dürfte sich SAPs Strategie schnell ändern.

Ob sich ein Erfolg einstellen wird, ist zurzeit die große Frage. Immerhin: "Nachdem sich SAP lange bedeckt gehalten hat, kann es jetzt auf jeden Fall ein funktionierendes Produkt vorweisen", sagt Frank Niemann, Senior Analyst bei PAC. Über die Verspätung ist ausreichend berichtet worden. Ob SAP damit den Anschluss an den SaaS-Markt verpasst hat, darüber diskutiert niemand mehr ernsthaft. Zumindest hat die Verzögerung auch dazu geführt, dass Walldorf noch Wünsche der Kunden ergänzen konnte.

Die Software in Form des Feature Pack 2.5 gibt es zunächst in sechs Ländern, die SAP zu seinen strategischen Kernmärkten erklärt hat: Deutschland, USA, Frankreich, Großbritannien, Indien und China. Aus Sicht der Walldorfer ist vor allem die Multitenant-Architektur der Software ein erster Durchbruch. Sie erlaubt es, die Instanzen mehrerer Kunden auf einem ServerServer laufen zu lassen, was SAPs Betriebskosten senkt und das Ganze erst betriebswirtschaftlich sinnvoll macht. Dennoch steht auch hinter SAPs Geschäftsmodell nach wie vor ein großes Fragezeichen. In Walldorf wie am Kapitalmarkt wartet man gespannt auf die ersten Umsätze und vor allem Gewinne. Alles zu Server auf CIO.de

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