Projekt zwischen deutschen Unis und Science-Institut in Bangalore gestartet

Interkulturelles Management, dann klappt es auch mit dem Inder

02. Januar 2007
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Chutney und Curry an die Computer zu stellen, mag ja eine nette Idee sein. Damit aber die Zusammenarbeit zwischen Indern und Deutschen wirklich klappt, fördert das Bundesforschungsministerium (BMBF) ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Jena und Bremen und dem Indian Institut of Science in Bangalore. Wenn die Ergebnisse überzeugen, sollen Dienstleistungen im Bereich Personalentwicklung angeboten werden.
Projektleiter Prof. Dr. Jürgen Bolten, Universität Jena
Projektleiter Prof. Dr. Jürgen Bolten, Universität Jena

Formal geht es um ein "Kompetenznetzwerk zum Management deutsch-indischer Arbeitsgruppen in der IT-Industrie". Hintergrund: Nachdem zunächst indische Arbeitskräfte nach Deutschland geholt wurden, siedeln mittlerweile immer mehr deutsche Unternehmen auf dem Subkontinent an.

Dabei wollen sich die Universitäten Bremen und Jena, wenn das Projekt von der Wirtschaft angenommen wird, als Personalentwicklung-Dienstleister aufstellen. Projektleiter Jürgen Bolten, Professor am Fachbereich Interkulturelle Wirtschaftskommunikation der Universität Jena, erklärt: "Auf der Grundlage empirischer Untersuchungen sollen zunächst Probleme und Synergiepotenziale deutsch-indischer Arbeitsgruppen der IT-Branche identifiziert werden."

Dieser Schritt soll im April nächsten Jahres abgeschlossen sein. Wenn unternehmensseitig Interesse besteht, sollen dann Maßnahmen zur interkulturellen Organisations- und Personalentwicklung für IT-Zielgruppen entwickelt werden - wobei Bolten sich auch vorstellen kann, für andere Branchen zu arbeiten.

Die Weisheit des Scheffs ist absolut, Zeit relativ

Von den Schwierigkeiten im Arbeitsalltag miteinander kann zum Beispiel die Münchner Beraterfirma Sapient berichten, in der 200 indische Kollegen arbeiten. Ein vierköpfiges Team kümmerte sich um Kommunikation und Kultur sowie die geschäftlichen Aspekte der Integration. Es zeigte sich, dass Inder mit ihrem Chef nicht diskutieren wollen, sondern erwarten, dass er sich mit allem und jedem auskennt und Entscheidungen im Alleingang trifft. Dass sie etwas nicht verstanden haben, würden die Kollegen aus dem Subkontinent nie zugeben. Die Deutschen wurden daher mit Tipps und Tricks versehen, ihnen höflich auf den Zahn zu fühlen.

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