Analysten-Kolumne

IT-Töchter profitieren vom starken Profil des Mutterkonzerns

17. Mai 2006
Von Jochen Gary und Alexander Mahr
Der Konsolidierungstrend bei IT-Dienstleistern hält an. Je Branche gelten bei den so genannten Captive Providers, den konzerngebundenen IT-Dienstleistern, nur jene als überlebensfähig, die sich auch außerhalb des Konzerns bewähren. Über den Erfolg eines Captive Provider im Drittmarkt entscheidet dabei nicht zuletzt das Profil der Muttergesellschaft.
Roland-Berger-Berater Gary: Versteht man den Captive Provider als reine Beteiligung im Konzernportfolio, ist der Wertbeitrag oft unbefriedigend.
Roland-Berger-Berater Gary: Versteht man den Captive Provider als reine Beteiligung im Konzernportfolio, ist der Wertbeitrag oft unbefriedigend.

Zu den Gewinnern zählen Captive Provider, deren Muttergesellschaften eine wettbewerbsfähige Position in ihrer Branche innehaben und als Eigentümer, Kunde und Entwicklungsbasis maximales Potenzial bieten.

Eingeschränkte Wachstumschancen für viele Captive Providers im Drittmarkt

Roland Berger-Berater Mahr: Die Muttergesellschaft hat maßgeblichen Einfluss auf den Drittmarkterfolg.
Roland Berger-Berater Mahr: Die Muttergesellschaft hat maßgeblichen Einfluss auf den Drittmarkterfolg.

Konzerngebundene IT-Dienstleister (Captive Provider) entstanden meist durch Auslagerungen der hauseigenen IT-Abteilungen. Sie prägen den zersplitterten deutschen Markt für IT-Dienstleistungen. Bis heute konnte die Mehrzahl über die Muttergesellschaft hinaus keine bedeutenden Umsätze auf dem Drittmarkt erzielen. Lediglich bei Captive Providers großer Konzerne wie Siemens Business Services, T-Systems, Softlab und Lufthansa Systems betrug der Drittmarktanteil am Umsatz 2004 über zehn Prozent.

Captive Providers zeichnen sich vor allem durch Branchen-Know-how aus und haben daher bei übergreifenden Themen gegenüber unabhängigen IT-Dienstleistern kaum eine Chance. Zielmarkt ist deshalb in erster Linie die Branche der Muttergesellschaft. Aber auch dort gibt es häufig nur geringe Wachstumschancen, da potenzielle Kunden Aufträge bevorzugt an ihre(n) konzerneigenen IT-Dienstleister vergeben.

Der Druck auf die Captive Provider entsteht oft auch marktunabhängig seitens der Muttergesellschaft, wenn deren Ansprüche nicht erfüllt werden: Denn versteht man den Captive Provider als Beteiligung im Konzernportfolio, ist der Wertbeitrag oft unbefriedigend.

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