KPMG-Studie

ITler ohne Job werden zum Sicherheitsrisiko

03. Juli 2009
Von Nicolas Zeitler
IT-Sicherheitsbeauftragte stellen ihren Arbeitgebern schlechte Zeugnisse aus: Die Mehrzahl der Firmen schützt sich nicht ausreichend gegen kriminelle Angriffe. Dabei sei das wichtiger denn je. In Zeiten von Entlassungen würden auch ehemalige Mitarbeiter zunehmend zur Gefahr.

Entlassene IT-Mitarbeiter drohen in der Wirtschaftskrise zum Sicherheitsrisiko für ihre ehemaligen Arbeitgeber zu werden. Das befürchten laut einer Umfrage Sicherheitsexperten von Firmen weltweit. Zwei Drittel von 307 Befragten der "e-Crime Survey 2009" bejahen die Aussage, dass die steigende Zahl von arbeitslosen IT-Experten die Zahl der Cyberkriminellen erhöhen wird.

Danach gefragt, welche Gefahren von den Gefeuerten ausgehen könnten, nannten die Teilnehmer am häufigsten den Diebstahl von Kunden- oder Mitarbeiterdaten. Am zweithäufigsten befürchten sie, dass Entlassene ihr Wissen um Schwachstellen der firmeneigenen Systeme ausnutzen könnten. Diebstahl geistigen Eigentums oder wichtiger Geschäftsdaten war das am dritthäufigsten genannte mögliche Delikt ehemaliger Kollegen.

Die "e-Crime Survey 2009" haben die Veranstalter des 7. e-Crime-Kongresses in London zusammen mit KPMG im Vorfeld ihrer diesjährigen Tagung durchgeführt. Ausrichter der Konferenz ist das auf Veranstaltungen zum Thema Sicherheit spezialisierte Unternehmen AKJ Associates. Befragt wurden 307 Sicherheitsverantwortliche aus Unternehmen und Behörden. 78 Prozent der Umfrageteilnehmer kommen aus Europa.

Dass ihr Unternehmen genug für die IT-Sicherheit tut, glauben nur 38 Prozent der Befragten. Die anderen kritisieren, die finanziellen und personellen Ressourcen, um Schwachpunkte zu bekämpfen, seien der Bedrohungslage nicht angemessen. Vorausschauend agieren viele Firmen in punkto Sicherheit offenbar nicht. Wenn sie mehr Geld in IT-Sicherheit investieren, reagieren die meisten Firmen auf bekannt gewordene Datenlecks und ähnliche Vorfälle in anderen Unternehmen. Zweithäufigster Grund für höhere Sicherheitsausgaben ist der Zwang, Gesetze zu befolgen.