Christoph Franz geht zu Roche

Lufthansa verliert Vorstandschef

16. September 2013
Der Lufthansa drohen Turbulenzen: Mitten in der wichtigen Restrukturierung verliert der Kranichflieger seinen Vorstandschef. Christoph Franz will die Fluglinie verlassen und beim Schweizer Pharmakonzern Roche als Verwaltungsratspräsident anfangen.

Beide Unternehmen bestätigten am Montag entsprechende Presseberichte vom Wochenende. Vorbörslich lagen Papiere der Lufthansa 1,3 Prozent im Plus. Die Lufthansa teilte am Morgen mit, Franz stehe nach Ablauf seines Vertrages zum 31. Mai 2014 nicht mehr zur Verfügung. Der Lufthansa-Chef soll stattdessen auf der kommenden Generalversammlung am 4. März zum neuen Präsidenten des Verwaltungsrates von Roche gewählt werden, wie das Schweizer Unternehmen bekannt gab.

Franz sitzt seit 2011 im Roche-Verwaltungsrat und ist in der Schweiz kein Unbekannter: Der 53-Jährige hat sich als Sanierer der Lufthansa-Tochter Swiss einen Namen gemacht. Beim Mutterkonzern landete er 2011 auf dem Chefsessel.

Der Wechsel von Franz in die Schweiz trifft die Lufthansa mitten in einer schwierigen Phase: Der Konzern hatte im vergangenen Jahr das Sparprogramm "Score" gestartet, mit dem das Unternehmen sein Ergebnis bis 2015 um 1,5 Milliarden Euro im Jahr steigern will. Zur Finanzierung soll auch beim Personal kräftig gespart werden: Mindestens 3.500 von derzeit 117.000 Stellen will die Lufthansa abbauen, 2.500 davon in Deutschland. Die Lufthansa war im ersten Halbjahr wegen hoher Sanierungskosten in die roten Zahlen geflogen.

Als Favorit für die Nachfolge von Franz gilt laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" sein Vorstandskollege Carsten Spohr. Das berichtete das Blatt am Sonntag unter Berufung auf informierte Kreisen. Der 45 Jahre alte Spohr ist seit mehr als zwei Jahren für das Passagiergeschäft verantwortlich und sitzt im fünfköpfigen Konzernvorstand. (dpa/rs)

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