Public IT


Thesenpapier

Microsoft-Managerin: Offene Standards essentiell

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public ICT, Telekommunikation und Social Media.
Der Wirtschaftsrat der CDU fordert, dass die Politik offene Standards unterstützt. Dorothee Belz, aktiv im Rat, erläutert im Interview die Thesen des Gremiums.

Seit dem Erfolg der Piraten häufen sich die netzpolitischen Konferenzen von CDU/CSU, FDP und den Grünen. Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. verfügt über einen eigenständigen Expertenkreis, der die Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft" des Deutschen Bundestages unterstützt.

Dem Berater-Gremium steht Dorothee Belz vor. Sie ist im Hauptberuf Mitglied der Geschäftsführung von MicrosoftMicrosoft Europa und verantwortet als General Counsel den Rechts- und Politikbereich. Das Gremium hat für die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages Handlungsempfehlungen zu den Themen Interoperabilität, Standards und freie Software erarbeitet. Alles zu Microsoft auf CIO.de

Über das Thesenpapier des Wirtschaftsrates „Mehr Innovationen durch offene IT-Standards", das alle Mitglieder der Enquete-Kommission erhalten werden, sprach CIO.de mit Dorothee Belz.

CIO.de: Was steht in dem Papier?

Dorothee Belz, Mitglied der Geschäftsführung von Microsoft Europa, und aktiv im Wirtschaftsrat der CDU.
Dorothee Belz, Mitglied der Geschäftsführung von Microsoft Europa, und aktiv im Wirtschaftsrat der CDU.
Foto: Microsoft

Dorothee Belz: Die große Überschrift ist die Wirtschaftspolitik. Es geht darum, darauf zu achten, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Wirtschaft wachsen kann. Unser Papier beschäftigt sich mit der Themengruppe Interoperabilität, Standards und freie Software.

Die wichtigsten Aussagen sind: Wir halten offene Standards für die Softwarebranche für essentiell, da sie für die Interoperabilität zwischen Systemen gebraucht werden. Nur so kann fairer Wettbewerb entstehen, weil der Datenaustausch über verschiedene Produkte hinweg gegeben ist.

In der Diskussion geht es oft darum, dass Offenheit nur mit Open Source gewährleistet ist. Das stimmt so nicht, die Themen sind voneinander zu trennen. Das eine sind offene Schnittstellen. Open Source ist ein Geschäftsmodell abgegrenzt zur Lizenzsoftware. Beim Thema Open Source sollte sich die Politik nicht einmischen. Anders als beim Thema offene Schnittstellen, weil ansonsten InnovationInnovation und Interoperabilität verhindert werden. Hier sollte man sich auf anerkannte internationale oder auch europäische Standards einigen. Alles zu Innovation auf CIO.de

Die verschiedenen Infrastrukturen der Verwaltungen müssen konsequenter zusammengeführt werden. Hier ist der Austausch der Daten oft nicht gegeben - und das liegt nicht nur an der Technik.