Unternehmen konsolidieren sich

Pinguine auf der Einkaufsliste

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Im Open-Source-Becken schlagen derzeit die Übernahmewellen hoch. Aktuelles Beispiel ist das Interesse von Oracle an Linux-Spezialisten wie Novell. Schon mutmaßt der Berater Berlecon, bei der Verquickung von Open-Source-Modell und kommerziellen Interessen bekämen letztere die Oberhand.

Red Hat hat den Anbieter des Open SourceOpen Source Applications Servers JBoss gekauft, zuvor übernahm IBMIBM bereits Gluecode und OracleOracle prüft nun die Übernahme eines Linux-Spezialisten wie Novell – die Mitarbeiter in Open-Source-Projekten dürften die Konsolidierungswelle mit Skepsis betrachten, so Berlecon-Analyst Thorsten Wichmann. Er rechnet damit, dass sich die Entwicklung fortsetzt. Alles zu IBM auf CIO.de Alles zu Open Source auf CIO.de Alles zu Oracle auf CIO.de

Thorsten Wichmann glaubt daran, dass Konkurrenz das Geschäft belebt.
Thorsten Wichmann glaubt daran, dass Konkurrenz das Geschäft belebt.

Der Analyst stellt in den Raum, dass "bei der Verquickung von Open-Source-Modell und kommerziellen Interessen letztere die Oberhand gewinnen". Thorsten Wichmanns provokante Frage: "Sollte man als Open-Source-Projekt lieber auf eine strikte Trennung von wirtschaftlichen Zielen und der Entwicklung von Open-Source-Software achten?"

Er unterscheidet drei Gruppen von Open-Source-Software:

1. Große, etablierte Open-Source-Projekte wie Linux, der Webserver Apache oder die Entwicklungsplattform Eclipse, deren Software als etablierter Bestandteil vieler IT-Lösungen gelten kann. Dass sie von Übernahmen betroffen sind, hält der Analyst für unwahrscheinlich – Konsolidierungen in dieser Liga seien meist organisatorische Zusammenführungen von Projekten, aber keine Aufkäufe und Verbindungen mit rein kommerzieller Software im eigentlichen Sinn.

2. Die Vielzahl der kleineren Projekte, die aus Sicht eines Betriebswirtes einfach nicht interessant sind. Das kann an mehreren Gründen liegen: So ordnen die Programmierer den eigenen Spaß am Programmieren höher ein als die Interessen der Kunden oder die Software-Lösung lässt sich nur schwer kapitalisieren, wie etwa bei Filesharing-Software.