Flottenautos

Stromer und Hybride erobern die Fuhrparks

20. August 2013
Von Rebecca Eisert und Franz W. Rother
Noch sind sie wertvolle Einzelstücke, doch schon bald werden Fahrzeuge mit alternativen Antrieben die Fuhrparks massiv verändern.

In London hat die Zukunft bereits begonnen. Wer mit einem benzin- oder dieselgetriebenen Auto an Arbeitstagen und während der Bürostunden in die Innenstadt fahren möchte, muss sich erst für die so genannte congestion charge registrieren und dann eine Citymaut in Höhe von 10 Pfund pro Tag – umgerechnet knapp 12 Euro - entrichten. Ausgenommen davon werden lediglich Motorräder, Busse und Taxen, Feuerwehr-, Polizei- und Krankenwagen sowie Ökomobile: Autos, die weniger als 100 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer ausstoßen sowie Fahrzeuge mit einem Hybrid- oder Elektroantrieb erhalten ein "Greener Vehicle Discount" auf die Citymaut von 100 Prozent.

Die Londoner Stadtverwaltung hatte die Straßenbenutzungsgebühr vor zehn Jahren in erster Linie eingeführt, um die vielen Verkehrsstaus in der Innenstadt einzudämmen. Inzwischen aber wird die congestion charge auch als Maßnahme propagiert, die Luftverschmutzung einzudämmen. Einige europäische Großstädte - Mailand, Bologna, Stockholm - sind inzwischen dem Beispiel Londons gefolgt. Auch in Österreich und in Deutschland machen sich Umweltschützer seit Jahren für eine Citymaut stark, bislang allerdings ohne großen Erfolg.

Doch der Druck wächst: Die EU-Kommission in Brüssel macht den Autoverkehr für die schlechte Luftqualität auch in deutschen Ballungsgebieten verantwortlich und hat von den betroffenen Großstädten erst in diesem Frühjahr wieder Maßnahmen gefordert, um vor allem die Belastung der Luft mit Feinstaub und Stickstoffoxiden deutlich zu reduzieren. Bis spätestens 2015 müssen die strengen Grenzwerte der EU eingehalten werden. Andernfalls drohen den ohnehin schon finanziell klammen Kommunen saftige Geldstrafen.