Maximal sechs bis acht Seiten

Tipps für die CIO-Bewerbung

27. August 2013
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Auch wenn CIOs selten den klassischen Bewerbungsweg gehen, benötigen sie gute Unterlagen. Niels Fischer von der Schickler Personalberatung erläutert, worauf es dabei ankommt.

Im Durchschnitt bleibt ein CIO vier Jahre und vier Monate in seinem Job, rechneten die Marktforscher von Gartner 2009 vor. Wer erst einmal auf dieser Karrierestufe angekommen ist, wird sich bei einem Jobwechsel kaum noch durch Online-Jobbörsen klicken und seine Unterlagen selbst an die Wunscharbeitgeber verschicken. "Der Stellenmarkt in Zeitungen und Jobbörsen hat mir nichts gebracht", sagte etwa CIO Bodo Deutschmann im vergangenen Jahr in einem Beitrag zum Thema CIOs auf Jobsuche.

"Unterlagen zur Person und zum beruflichen Werdegang benötigt man auch als Top-Führungskraft", so Niels Fischer von der Schickler Personalberatung.
"Unterlagen zur Person und zum beruflichen Werdegang benötigt man auch als Top-Führungskraft", so Niels Fischer von der Schickler Personalberatung.
Foto: Privat

"CIOs zählen zu Top-Führungskräften, die bei Interesse an einer Position nur bedingt den klassischen Weg der ‚Bewerbung‘ gehen. Unterlagen zur Person und zum beruflichen Werdegang benötigt man aber auch als Top-Führungskraft", erläutert Niels Fischer, der bei der Schickler Personalberatung das Kompetenzfeld IT leitet. Viele CIOs würden von einem Personalberater auf eine neue Herausforderung angesprochen. In diesen Fällen hätten bereits Telefonate und Gespräche stattgefunden, bevor persönliche Unterlagen zum Einsatz kommen. "Allerdings spielen die Unterlagen in dem Moment eine sehr wichtige Rolle, in dem der potenzielle neue Arbeitgeber diese vom Kandidaten erhält und sich so einen Eindruck verschafft", weiß Fischer.

Bestandteile wie ein professionelles Foto zählen zu den Selbstverständlichkeiten, auf die an dieser Stelle nicht weiter eingegangen wird. Was Fischer hervorhebt, sind eine gute Struktur der Unterlagen sowie ein ansprechendes Layout. "In der Ausgestaltung ist man dabei frei", so Fischer und ergänzt: "Die Gestaltung muss nicht dem klassischen Format einer Bewerbung entsprechen." Er habe zum Beispiel auch schon Unterlagen gesehen, die wie ein Chartsatz gestaltet waren. Wichtig sei, dass das Gesamtbild stimmt.

Bei relevanten Stationen ausführlicher werden

"In einem Dokument erwarte ich eine vollständige chronologische Aufzählung der bisherigen Stationen", sagt Fischer. Bei den für die Position relevanten Stationen sollte man ausführlicher werden und folgende Punkte aufnehmen: Umfang und Art der Geschäftsverantwortung, Auskunft über eine internationale Tätigkeit, Unternehmensgröße, Angaben zur Organisation, zum Beispiel Zentralität beziehungsweise Dezentralität, Budgetverantwortung, Personalverantwortung, Hierarchiestufen und Berichtsweg. Schließlich sollte man auch wesentliche Erfolge und Herausforderungen der wichtigen Stationen darstellen.

Fischer empfiehlt CIOs, in ihre Bewerbungsunterlagen übergreifende Aussagen zu ihrem Führungsverständnis beziehungsweise Führungsverhalten aufzunehmen. "Dieses Thema passt zum Beispiel gut in ein einleitendes einseitiges Dokument, in dem man sich selbst vorstellt. Darin kann man auch Angaben über die eigene Arbeitsweise formulieren und thematisieren, welche Herausforderungen CIOs zukünftig erwarten", rät Fischer. Anhand der Unterlagen sollte zudem ersichtlich sein, mit welchen Technologien und Methoden der Kandidat bereits gearbeitet hat beziehungsweise gern arbeitet.

Eine feste Seitenzahl gibt es für die Unterlagen nicht. "Allerdings würde ich ohne Anhang zu maximal sechs bis acht Seiten raten, damit der Leser eine kompakte Unterlage erhält", so Fischer. Wer auf weitere Details nicht verzichten möchte, ergänzt sie im Anhang. Dieser sollte dann auch die Zeugnisse enthalten.

Xing und Linkedin als Visitenkarten nutzen

Anders als bei den Unterlagen für eine konkrete Stelle sollte man Business-Netzwerke wie Xing oder Linkedin mehr als Visitenkarten nutzen und dort deutlich sparsamer mit Detailinformationen, etwa zum Budget, umgehen. "Das persönliche Profil bei Xing oder Linkedin sollte man deutlich kürzer halten und nur die wesentlichen Stationen aufzählen", so Fischer. Auf der CIO-Ebene diene dieses Profil - wenn überhaupt - nur für eine erste Information über einen Kandidaten.

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