100.000 Entscheidungen pro Tag

Top-Manager sind lernfähiger

02. Juli 2015
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Spitzenführungskräfte reagieren gelassener bei negativen Entwicklungen und zeigen sich lernbereiter. Das hilft ihnen auch bei intuitiven Entscheidungen.

Nachwuchsmanager in Deutschland neigen dazu, Fehlentscheidungen zu beschönigen, statt daraus zu lernen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Führungskräfteanalyse von Metaberatung. Das Unternehmen für Personaldiagnostik verglich, wie NachwuchsmanagerNachwuchsmanager, mittleres Management und Top-Manager mit negativen Entwicklungen umgehen. Dabei zeigen sich Top-Manager deutlich selbstkritischer und bringen eine offenere Lernbereitschaft mit, so die Auswertung. Sie werden gefolgt vom mittleren Management, den niedrigsten Wert erreicht das Nachwuchsmanagement. Alles zu Karriere auf CIO.de

"Spitzen-Führungskräfte reagieren viel häufiger gelassen auf negatives Management-Feedback und berücksichtigen es bei ihren künftigen Entscheidungen", kommentiert Rainer Neubauer, Geschäftsführer von Metaberatung, die Auswertung. Die Führungskräfteanalyse zeige eine überdurchschnittliche Bereitschaft der Top-Manager, negative Entwicklungen konsequent auszuwerten und daraus für die Führungspraxis zu lernen. Neubauer glaubt zudem, dass Top-Manager eine verbesserte Treffergenauigkeit für Eilsituationen entwickeln, wenn sie intuitiv entscheiden müssen.

Intuition schlägt Intelligenz

Jeder von uns müsse täglich eine riesige Informationsmenge verarbeiten und bis zu 100.000 Entscheidungen treffen. FührungspersönlichkeitenFührungspersönlichkeiten können gerade bei komplexen Entscheidungen von ihrer Intuition profitieren. "Nach unseren Beobachtungen ist das gesunde Augenmaß für erfolgreiche Executives oft wichtiger als ihre Intelligenz", sagt Rainer Neubauer von Metaberatung. Alles zu Führung auf CIO.de

Fuckup Nights: Aus Fehlern lernen

Vor einigen Jahren veröffentlichte das Handelsblatt Zahlen, laut denen 58 Prozent der Mitarbeiter aller Hierarchiestufen Angst davor haben, Fehler zu machen. Wie hoch die Fehlertoleranz in Unternehmen generell ist, wird häufig auch an der Unternehmenskultur festgemacht. Startups gehen häufig offener mit Fehlern um, geben ihnen dezidiert Raum wie etwa mit den so genannten Fuckup Nights. Hierbei handelt es sich um ein in Mexiko entstandenes Veranstaltungsformat, bei dem Teilnehmer von ihrem Scheitern berichten und mit den Zuhörern teilen, was sie aus dieser Erfahrung gelernt haben. Mittlerweile finden auch in mehreren deutschen Städten Fuckup Nights statt.

Zur Methodik der Studie: In der Führungskräfte-Analyse von Metaberatung wurden die Persönlichkeitsprofile von 3.895 Führungskräften in Deutschland, Österreich und der Schweiz untereinander verglichen. Davon waren 15,4 Prozent Nachwuchs-Manager (Entry-Level), 45,3 Prozent im mittleren Management und 39,3 Prozent im Top-Management beschäftigt. Der Anteil der weiblichen Führungskräfte lag bei 16,2 Prozent.