Lufthansa, Rheinmetall & Co.

Umstritten: Web 2.0 am Arbeitsplatz

13. Oktober 2010
Christoph Lixenfeld, seit 25 Jahren Journalist und Autor, vorher hat er Publizistik, Romanistik, Politikwissenschaft und Geschichte studiert.

1994 gründete er mit drei Kollegen das Journalistenbüro druckreif in Hamburg, schrieb seitdem für die Süddeutsche Zeitung, den Spiegel, Focus, den Tagesspiegel, das Handelsblatt, die Wirtschaftswoche und viele andere.

Außerdem macht er Hörfunk, vor allem für DeutschlandRadio, und produziert TV-Beiträge, zum Beispiel für die ARD-Magazine Panorama und PlusMinus.

Inhaltlich geht es in seiner Arbeit häufig um die Themen Wirtschaft und IT, aber nicht nur. So beschäftigt er sich seit mehr als 15 Jahren auch mit unseren Sozialsystemen. 2008 erschien im Econ-Verlag sein Buch „Niemand muss ins Heim“.

Seit 2014 betreibt er die Informationsplattform www.wohinmitmutter.de.

Christoph Lixenfeld schreibt aber nicht nur, sondern er setzt auch journalistische Produkte ganzheitlich um. Im Rahmen einer Kooperation zwischen Süddeutscher Zeitung und Computerwoche produzierte er so komplette Zeitungsbeilagen zu den Themen Internet und Web Economy inklusive Konzept, Themenplan, Autorenbriefing und Redaktion.
Die Diskussion um Facebook macht aus CIOs gespaltene Persönlichkeiten: Web 2.0 zur internen Zusammenarbeit finden sie super, Marc Zuckerbergs Brabbel-Plattform weniger. Aus gutem Grund.
Nachrichten von einem "Facebook-Freund" sind also auch dann sichtbar, wenn der User gerade nicht in Facebook eingeloggt ist.
Nachrichten von einem "Facebook-Freund" sind also auch dann sichtbar, wenn der User gerade nicht in Facebook eingeloggt ist.

Facebook ist überall. In den USA haben mehr als 40 Prozent der Einwohner einen Account. Und in diesem Sommer hat FacebookFacebook sogar Einzug in Microsofts Outlook gehalten. Eine Schnittstelle zu LinkedInLinkedIn, der Social-Media-Plattform für berufliche Kontakte, gab es dort bereits seit letztem Jahr. Aber jetzt hat es eben auch Facebook geschafft. Wer bislang dachte, er brauche sich nicht um das Jugendphänomen Facebook zu kümmern, der irrt. Die neueste Outlook-Version zeigt Mitteilungen, die in der sogenannten Statuszeile von sozialen Netzwerken verbreitet werden. Nachrichten von einem "Facebook-Freund" sind also auch dann sichtbar, wenn der User gerade nicht in Facebook eingeloggt ist. E-Mail ist eben nicht mehr überall die wichtigste Form der digitalen Kommunikation. Auch nicht bei CIOs. Dazu drei Beispiele: Alles zu Facebook auf CIO.de Alles zu LinkedIn auf CIO.de

1. Bei der Deutschen Lufthansa ist Social Media zu einer der wichtigsten Werbeplattformen geworden. Folglich zeichnet dafür Marketing-Chef Hubert Frach verantwortlich und nicht der CIO Thomas Endres. Endres nutzt natürlich alle Möglichkeiten, die das Feedback- und Mitmach-Internet bietet. Zentrales, wuchtiges Tool ist für ihn die Web-2.0-Kommunikationsplattform e-Teaming, die Mitarbeiter aller Unternehmensteile miteinander vernetzt. Erst seit einem Jahr produktiv, hat e-Teaming bereits 25 000 aktive User. Endres Haltung zu Facebook ist hingegen ambivalent. Er ist sehr dafür, dass Lufthansa auch dort landet: "Wir müssen auf die Marke achten und Dinge tun, die zur Marke passen. Und das ist bei Facebook der Fall." Er persönlich hält jedoch nichts von totaler Offenheit. "Der" Thomas Endres ist im Gegensatz zu seinen zahlreichen Namensvettern auf keiner Social-Media-Plattform für alle sichtbar. Er nutzt die Privacy-Einstellungen, um sich ausschließlich seinen Freunden zu zeigen.

2. Bei Markus Bentele, CIO bei der Rheinmetall AG, fällt die Ambivalenz sogar noch größer aus. Einen Facebook-Account hat Bentele nicht: „Weil ich nicht wüsste, warum!“ Von Facebook-Funktionalitäten zeigt er sich allerdings schwer begeistert: Rheinmetall unterhält eine eigene, firmeninterne und gesicherte Collaboration-Plattform für Document-Sharing und Yellow Pages, außerdem gibt es virtuelle Teamräume und Instant-Messaging-Funktionen. Auch Microblogging à la Twitter sieht das Unternehmen in einer potenziellen Anwendbarkeit, obwohl Bentele zunächst dagegen war: "Ich dachte: Twittern? Geschwätz? Brauchen wir nicht. Aber dann kam jemand auf die Idee, eine Microblogging-Funktion in unsere Yellow Pages einzubauen. So könnten Mitarbeiter twittern, in welcher Niederlassung sie am nächsten Dienstag sind. Sehr praktisch, wenn man jemanden mal schnell auf einen kurzen Informationsaustausch treffen will."

3. Jürgen Burger, CIO bei Hellmann Worldwide Logistics aus Osnabrück, ist "always on", wie er sagt, und er hat einen eignen Facebook-Account, obwohl sein Arbeitgeber keinen hat. Er ist dabei, weil er "verstehen will, wie das Ganze funktioniert und wer da unterwegs ist". Abseits vom reinen Erkenntnisgewinn setzt Burger Social MediaSocial Media aber auch im eigenen Unternehmen ein. Mit "Helios" hat er ein Projekt für die Umstellung der gesamten prozessführenden Systeme hin zur integrierten E-Business-Suite von OracleOracle aufgesetzt. Das Kommunikations- und Dokumentenaustausch-Tool von Helios ist ein Wiki, also eine klassische Web-2.0-Anwendung. Alles zu Oracle auf CIO.de Alles zu Social Media auf CIO.de