Ein gutes Profil ist die beste Werbung

Wie Freiberufler ihr Wissen auf den Punkt bringen

21. Juni 2010
Von Svenja Hofert
IT-Profis brauchen ein Profil. Dahinter steckt kein Kurz-Lebenslauf, sondern eine verkaufsfördernde Darstellung der Kompetenzen und beruflichen Schwerpunkte. Karriereberaterin Svenja Hofert verrät, wie Freiberufler Ihr eigenes Profil erstellen und optimieren.
Svenja Hofert, Karriereberaterin: "Jedes Profil sollte eine Projektübersicht enthalten".
Svenja Hofert, Karriereberaterin: "Jedes Profil sollte eine Projektübersicht enthalten".

Die meisten Profile beginnen mit Detailinfos. Falsch: Wichtig sind ein bis zwei Übersichtsseiten, die Ihre zentralen Kompetenzen auf den Punkt bringen. Wer sind Sie? Für was stehen Sie? Was sind die wichtigsten Kenntnissen und Erfahrungen? Welche Argumente möchten Vermittler und Firmen von Ihnen als erstes lesen, bevor Sie weiter ins Detail gehen?

Genau diese Informationen sollten auf den maximal ersten beiden Seiten Ihres Profils stehen, das Sie am besten nach den Prinzipien "das Wichtigste zuerst" und "vom Allgemeinen ins Spezielle" aufbauen. So steuern Sie die Wahrnehmung des Lesers und überfordern ihn nicht mit der Aufgabe, im Heuhaufen (aller ihrer technischen Skills) nach der Stecknadel (dem Fokus Ihrer Erfahrung) zu suchen.

Verzichten Sie auf den chronologischen Lebenslauf

Lassen Sie die gewohnte Chronologie außen vor. Die interessiert den Personaler auf der Jagd nach Festangestellten, nicht aber jemand, der Sie für ein Projekt oder freie Mitarbeit zeitweise einsetzen möchte. Außerdem ist ein chronologischer Lebenslauf oft wenig verkaufsfördernd. Und die verkaufsfördernde Darstellung Ihrer einzigartigen Vorzüge sollten Sie als Freelancer eindeutig in den Vordergrund stehen. Ihr Profil ist letztendlich auch Ihr Werbeprospekt.

Doch was sind meine Kernaussagen? Viele ITler haben Schwierigkeiten damit, diese festzulegen. Hier hilft der Blick von außen, durch einen Coach oder neutralen Kollegen, der sich in der Branche auskennt, aber besser nicht zu fachlich geprägt sein sollte.

Ihre zentralen Kompetenzen sollten Freiberufler auf zwei Übersichtsseiten beschreiben. Foto: Superstars for You/Fotolia.com
Ihre zentralen Kompetenzen sollten Freiberufler auf zwei Übersichtsseiten beschreiben. Foto: Superstars for You/Fotolia.com
Foto: Computerwoche/Fotolia

Nehmen Sie einen Perspektivenwechsel vor und setzen Sie die Brille Ihrer Zielgruppe auf. Das sind oft Vermittler und im zweiten Schritt manchmal Fachverantwortliche. Also: Bestenfalls halbinformierte Laien im ersten Schritt, selten Techniker! Deshalb ist es sehr wichtig zu überlegen: Nach welchen Kriterien wählt diese Zielgruppe aus? Was weiß und kennt sie, was nicht? Was sind die wesentlichen Argumente? Liegt der Schwerpunkt auf den persönlichen Fähigkeiten, den Management-Skills, der Erfahrung oder dem Fachwissen? Und wenn es alles zusammen ist, was steht an oberster Stelle?

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