Vorbehalte und Wünsche

Wie Generation Y, X und Babyboomer denken

Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Eine Studie von Robert Half zeigt die unterschiedlichen Denkweisen drei Altersgruppen und gibt drei Tipps zur Mitarbeiterbindung.

Personaldienstleister Robert Half fragte bei 2.400 Personal- und Finanzexperten nach, wie sich die Denkweise der Generationen auf den Arbeitsplatz auswirkt. Die unterschiedlichen Altersgruppen unterscheiden und beschreiben die Studienautoren wie folgt:

  • Generation Y - geboren zwischen 1979 und 1999: ichbezogen, technologieaffin, hat sehr viele Möglichkeiten

  • Generation X - geboren zwischen 1965 und 1978: ambitioniert, individualistisch, ehrgeizig

  • Babyboomer - geboren zwischen 1946 und 1964: erfolgreich, liberal, möchten entschleunigen

Arbeitet er mit jüngeren Kollegen zusammen, können sie gegenseitig voneinander profitieren. Doch oft regieren Vorbehalte.
Arbeitet er mit jüngeren Kollegen zusammen, können sie gegenseitig voneinander profitieren. Doch oft regieren Vorbehalte.
Foto: MEV Verlag

Über die Hälfte der Befragten sagt, dass generationenübergreifende Teams produktiver sind als solche, die vorwiegend aus Personen ähnlicher Altersgruppen bestehen. Trotzdem gibt es häufig den Vorbehalt, dass effizientes Arbeiten in generationenübergreifenden Teams schwierig ist. Wenn die Befragten ihre Einstellung dazu ändern, glauben die Studienautoren, würde sich das für die Arbeitgeber und die Angestellten selbst auszahlen. Denn so könnten nicht nur Ziele schneller erreicht werden, sondern auch die eigene KarriereKarriere vorangebracht werden. Alle würden davon profitieren, dass verschiedene Generationen auf unterschiedliche Erfahrungen zurückgreifen. Alles zu Karriere auf CIO.de

Angehörige unterschiedlicher Altersgruppe unterscheiden sich bereits bei der Suche nach einer neuen Stelle. Für die Generation Y ist laut Robert Half die größte Motivation das Geld. Im internationalen Vergleich geben durchschnittlich 31 Prozent GehaltGehalt und Zusatzleistungen als wichtigstes Kriterium bei der Suche nach einem neuen Job an. An zweiter Stelle stehen mit 27 Prozent die Entwicklungsmöglichkeiten. Die Generation X zeigt den größten Ehrgeiz: 31 Prozent geben das berufliche Vorankommen als wichtigstes Ziel an. Nur 25 Prozent der Babyboomer interessieren sich für das Ansehen, das mit einer neuen Position verbunden ist. 38 Prozent der Generation Y ziehen für das Ansehen einen Wechsel in Betracht. Alles zu Gehalt auf CIO.de

Das Thema Work-Life-Balance hat vor allem bei der Generation YGeneration Y (46 Prozent) und der Generation Z (60 Prozent) eine hohe Priorität. Bei den in den Jahren 1965 bis 1978 Geborenen hat das Thema einen geringeren Stellenwert. Dort planen beispielsweise nur elf Prozent, ihre Arbeitsstunden zu reduzieren. Beruflich weiterentwickeln möchten sich alle drei Generationen, ergab die Umfrage: Babyboomer möchten ihren Marktwert in gleichem Maße verbessern wie ihre Kollegen der Generation X und Y. Alles zu Generation Y auf CIO.de

Drei Strategien zur Mitarbeiterbindung

Für die Generation Y spielt Sympathie am Arbeitsplatz eine große Rolle. Um sich im Büro wohl zu fühlen, ist ein gutes Verhältnis zu den Kollegen der wichtigste Faktor für die jüngeren Arbeitnehmer. Alle drei Generationen ärgern sich über Kollegen, die nicht genau und gründlich arbeiten. Die Älteren ärgern sich mehr als die Jüngeren: Am ungenauen Arbeiten stören sich 24 Prozent der Generation Y, 33 Prozent der Generation X und 32 Prozent der Babyboomer.

Jeder dritte Mitarbeiter würde für einen kürzeren Anfahrtsweg die Stelle wechseln, jeder zweite für ein besseres Arbeitsumfeld. Wer seinen Mitarbeitern ein flexibleres Arbeitsumfeld bietet, kann sie so binden. Generationenübergreifend rät der Finanzdienstleister Robert Half zu drei StrategienStrategien für flexible Arbeitsbedingungen: Alles zu Strategien auf CIO.de

  • Mitarbeiter mit einer langen Anfahrt sind vielleicht weniger wechselwillig, wenn sie ein oder zwei Tage von zu Hause arbeiten dürfen.

  • Flexible Arbeitszeiten verbessern die Stimmung der Mitarbeiter und steigern die Attraktivität der Firma.

  • Da das Gehalt bei allen Generationen eine wichtige Rolle für einen Jobwechsel spielt, sollten Unternehmen ihre Gehaltspakete wettbewerbsfähig gestalten.

Die Studienergebnisse stammen aus der Studie Workplace Survey des Personaldienstleisters Robert Half. An der Umfrage beteiligten sich 2.400 Personal- und Finanzexperten aus elf Nationen, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz.