Kienbaum-Studie über Personalmanagement

Zu wenig IT-Support

30. Dezember 2010
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Viele Unternehmen drohen am Fachkräftemangel zu scheitern. Das liegt auch daran, dass sie die Möglichkeiten der IT verkennen, wie eine Studie von Kienbaum zeigt. Schweizer Firmen kennen dagegen schon die hohe Bedeutung von IT-Tools.
Strategische Erfolgsfaktoren: IT spielt für viele Firmen eine wichtige Rolle.
Strategische Erfolgsfaktoren: IT spielt für viele Firmen eine wichtige Rolle.
Foto: Kienbaum

Kienbaum sieht einen deutlichen Nachholbedarf beim Personalmanagement. Lediglich sieben Prozent der Firmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz betrieben bisher eine exzellente Personalarbeit, stellen die Berater in ihrer aktuellen Strategiestudie fest. Auch die IT kann nach Einschätzung von Kienbaum ein Schlüssel sein, die Lage zu verbessern.

Angesichts des sich in vielen Branchen abzeichnenden mittelfristigen Fachkräftemangels scheinen in jedem Fall noch jede Menge Hausaufgaben zu erledigen sein. Insbesondere haben die Personalabteilungen offenbar selbst ein Personalproblem. Weniger als die Hälfte der Personaler seien mit ihrer Arbeit zufrieden, so Kienbaum. Karrieremöglichkeiten außerdem des Feldes Human Resources (HR) sehen die wenigstens – lediglich 9 Prozent.

„Die Personalfunktionen sind für Top Performer und High Potentials ganz offensichtlich noch nicht attraktiv genug“, sagt Projektleiter René Werthschütz. Kienbaum mahnt deshalb an, mehr in diese Funktion zu investieren.

Denn offenbar droht vielerorts eine Abwärtsentwicklung, mit der sich beispielsweise der oft beschworene „War on Talents“ nicht gewinnen lässt. Die befragten Unternehmen erreichten oft die eigenen Ziele einer verbesserten Kosteneffizienz und Wertschöpfung nicht, konstatieren die Berater. Die größten Schwierigkeiten bestünden im HR-Bereich selbst. 53 Prozent der Befragten klagen über unklare Definition der Schnittstellen, 42 Prozent über mangelnde Lernfähigkeit der HR-Mitarbeiter und ein Drittel über deren mangelnde Kompetenzen.