Boston Consulting Group

Wie Social Media die Medizin verändert

16.08.2012, von

Blutdruck-App oder Arztgespräch per Video: IT stärkt die Patienten und senkt Kosten im Gesundheitswesen, so die BCG. Noch sei der Markt im Experimentierstadium.

Digitalisierung wird die ganze Medizin verändern. Das ist die Ansicht einiger Spezialisten von der Boston Consulting Group. Sie beziehen sich in einem Papier mit dem Titel "The Digital Dimension of Healthcare" auf jüngste Entwicklungen und skizzieren neue Wege der Gesundheitsversorgung. Ihr Fazit lautet: Das Internet, neue Geschäftsmodelle und der direkte Zugang zu Informationen, Produkten und Dienstleistungen haben ganze Wirtschaftszweige und Gesellschaften verändert. Der Einfluss der Konsumenten ist enorm gestiegen. Davon kann auch das Gesundheitssystem in einer bisher nicht gekannten Weise profitieren.

Auf der US-Website "PatientsLikeMe" unterstützen sich Kranke gegenseitig.Vergrößern
Auf der US-Website "PatientsLikeMe" unterstützen sich Kranke gegenseitig.
Foto: PatientsLikeMe

Doch befinden sich diese Prozesse, so Boston Consulting, noch in einem Anfangsstadium. Immerhin sei schon abzusehen, dass sich dort, wo mehr digitale und soziale Medien zum Einsatz kamen, rasche Erfolge erzielen ließen, insbesondere bei den Gesundheitskosten, der Qualität der medizinischen Einrichtungen und dem Zugang zu ihnen.

Die zu beobachtenden Innovationen betreffen vor allem drei Bereiche:

Digitale Gesundheitskanäle

Krankenhäuser, Gesundheitsorganisationen und Krankenkassen setzen laut Boston Consulting bereits digitale und soziale Medien innerhalb der traditionellen Arbeitsprozesse ein. So haben zum Beispiel das Duke University Health System oder Kaiser Permanente in den USA damit begonnen, eine Reihe von Online-Angeboten zu installieren, um den Patienten mehr Informationsmöglichkeiten und Services zu bieten.

Cisco hat in der chinesischen Provinz Sichuan großflächig ein System für Videokonferenzen eingerichtet, mit dem Ärzte weiter entfernt wohnenden Patienten Beratung und Unterstützung gewähren. Dies hat bereits zur Senkung der Gesundheitskosten geführt. Neue digitale Systeme können ferner zur Sammlung großer anonymisierter Datenmengen beitragen, was eine wichtige Basis für die Anwendung neuer Analytics-Methoden ("Big Data") bietet.

Jürgen Bause - 16.08.2012 12:13
Die Technologisierung des Gesundheitssystems wird u.a. durch AAL(Ambient Assidted Living) in einigen Jahren auch die Haushalte erreichen. Bereits heute können med. Daten wie Atemgase, Blutzucker, Blutdruck via W-LAN von zuhause aus med. Parameter zur fachlichen Beurteilung versendet werden. Das erspart für Arzt und Patienten viel Zeit und ermöglicht trotzdem eine gute Überwachung der Parameter. Zu viele Widerstände, wie auch die rechtliche Probleme ( u.a.Datenschutz) müssen von der politischen Seite gelöst werden. AAL und die anderen innovativen Entwicklungen mit ihren zahlreichen Möglichkeiten sind viel zu wenig in der Öffentlichkeit bekannt und werden oftmals nur in Fachgremien oder im stillen Kämmerlein diskutiert. Schade eigentlich
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