Business-Architekten immer gefragter

6 IT-Jobs mit Zukunft

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Der Enterprise Architect ist passé, nun kommt der Business Architect: Er zählt zur Business-Seite, hat aber die IT im Blick. Wir verraten, wer noch begehrt ist.
Architekten sind gesucht. Sie sollten aber nicht nur IT-Infrastrukturen konstruieren können, sondern Business und IT tief durchdringen.
Architekten sind gesucht. Sie sollten aber nicht nur IT-Infrastrukturen konstruieren können, sondern Business und IT tief durchdringen.
Foto: Xtravangan - Fotolia.com

Es geht aufwärts in der IT – mittlerweile auch wieder in den USA. Allein 10000 neue Jobs wurden in den Vereinigten Staaten laut offizieller Statistik im Mai vergeben. Und zwei Drittel der Personalchefs kündigten in einer Studie des Internetstellenportals Dice.com an, im zweiten Halbjahr mehr Stellen zu besetzen als in den ersten sechs Monaten des Jahres. Für unsere amerikanische Schwesterpublikation InfoWorld.com Grund genug, sich über die aktuell „heißesten“ IT-Jobprofile Gedanken zu machen. Herausgekommen sind sechs Stellenbeschreibungen, die auch in den kommenden Jahren gefragt sein sollten.

Es handle sich nicht um wissenschaftliche Ergebnisse, auch liege keine größere Umfrage zu Grunde, so Autor Robert Strohmeyer. Stattdessen wurden die Jobs ausgewählt, die nach Einschätzung von Experten dauerhaft geschäftlichen Nutzen bringen und die Zukunft von Unternehmen prägen können.

1. Business-Architekten: Auch in den Vorstandsetagen weiß man mittlerweile, dass IT nicht nur ein integraler Bestandteil jeder Erfolgsgeschichte ist, sondern dass sie ein Unternehmen auf dem Weg zur Erreichung seiner Ziele vorantreibt. Auf dieser Erkenntnis basiert die Schaffung eines neuen Typus: der „Business Architect“, der mehr ist als ein „Enterprise Architect“ und Fortschritte bei der Verschmelzung von technologischen und geschäftlichen Prozessen garantieren soll. „Der Zweck von Business-Architektur ist es, den Zusammenhalt der Fachbereiche zu gewährleisten“, erläutert Alex Cullen, Analyst bei Forrester Research. „Es handelt sich um eine um die geschäftliche Planung herum gebaute Rolle mit der Aufgabe, eine effektivere Nutzung von IT zu ermöglichen.“ Das soll beispielsweise im Vertrieb, im Kundenservice und anderen Schlüsselbereichen geschehen.

Der Enterprise Architect hatte die schlichtere Rolle, die Technologie auf die geschäftlichen Anforderungen hin zu trimmen. Der Business Architect hingegen zählt zur Business-Seite, berichtet direkt an den CEO und gestaltet auf höchster Ebene die Geschäftsstrategie – immer mit IT-Fragen im Hinterkopf. Er benötigt deshalb ein vertieftes Verständnis des Geschäftsmodells und des Workflows in der Firma. In einer Welt, in der Topmanager selbst über cloud-basierte Anwendungen nach Gusto verfügen können, gibt es für den Enterprise-Architekten als großen Implementierer nur noch wenig Ruhm zu ernten. Stattdessen unterstützt der Business-Architekt das Management direkt bei der Auswahl und Nutzung der Tools. Nach Einschätzung Cullens definitiv eine „heiße Rolle im Jahr 2012“. Zur Beruhigung für alle amtierenden Enterprise-Architects: Sie sind prädestiniert dafür, sich weiterzubilden und die neue Rolle zu übernehmen.