Spam-Aufkommen steigt weiter

Audio-Spam ist im Kommen

21. Dezember 2007
Von Nicolas Zeitler
MP3-Dateien als Anhang an Spam-Mails halten Einzug in die elektronischen Postfächer. In einer ersten Welle riefen 15 Millionen derartiger E-Mails die Empfänger zum Aktienkauf auf. Der Anteil an Spam am gesamten Mail-Verkehr ist dem aktuellen Intelligence Report von Messagelabs zufolge gegenüber dem Vormonat um einen Prozentpunkt gestiegen.
Der Anteil an Spam-Mails ist in den Regionen der Welt unterschiedlich groß. Die meisten unerwünschten Mails bekommen die Internet-Nutzer in Israel.
Der Anteil an Spam-Mails ist in den Regionen der Welt unterschiedlich groß. Die meisten unerwünschten Mails bekommen die Internet-Nutzer in Israel.
Foto: Messagelabs

Am 17. Oktober um 22 Uhr Greenwich-Zeit rollte die erste Welle des neuartigen Audio-Spams durchs Internet. Im 25 Sekunden langen MP3-Anhang der Mails trug eine knarzige Stimme einen "Aktientipp" vor. Hingewiesen wurde auf das angeblich große Potenzial der Wertpapiere von Exit Only Incorporated. Die Stimme wurde wahrscheinlich synthetisch mit einer sehr niedrigen Kompressionsrate von 16 kHz erzeugt, um die Datei möglichst klein zu halten. Die Datei änderte oft ihre Bezeichnung und trug beispielsweise die Namen bekannter Popstars. Auf diese Weise sollte den Empfängern vorgegaukelt werden, im Anhang befinde sich ein Musiktitel des jeweiligen Interpreten. Der Angriff dauerte 36 Stunden an. Zum Versand wurden mit dem Storm Worm infizierte Computer genutzt.

Für Message-Labs zeigt die jüngste Spam-Welle, dass die Versender schnell zu immer neuen Methoden übergehen. Erst Anfang Oktober waren Mails mit PDF-Anhängen im Umlauf. Diese sind mittlerweile fast wieder verschwunden. Die Analysen der Sicherheitsexperten legen den Schluss nahe, dass die Absender des neuerlichen Audio-Spam dieselben sind wie die der jüngsten PDF-Welle. Im laufenden Jahr hatten sich die Angreifer auch schon HTML-, ZIP-, RAR-, RTF- und verschiedener Bilddateien bedient.

Der Übergang zu wieder neuen Methoden wird den Sicherheitsdienstleistern zufolge wohl nicht lange auf sich warten lassen. Sie empfehlen, sich schon jetzt zum Beispiel auf Powerpoint- und Video-Spams einzustellen. Diese Dateien könnten schon bald zu neuen "Formaten der Woche" werden.

Bild-Spammer nutzen indes mittlerweile seltener den Weg über den Mail-Verkehr. Sie beladen vielmehr Internet-Seiten mit Datenmüll, auf denen User kostenlos Fotos veröffentlichen können. Zu erwarten steht laut dem Intelligence Report, dass sich diese Tätigkeit auch auf Audio- und Video-Spam ausweiten wird. Befallen könnten die Cyber-Kriminellen damit etwa Portale wie Youtube oder Myspace, auf denen sich kostenlos verschiedene Medieninhalte veröffentlichen lassen.