Parlament statt Rechenzentrum

CIOs haben das Zeug zum Politiker

16. Dezember 2010
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Vom Manager- auf den Ministersessel: CIOs sind für diesen Schritt gerüstet. Sie hören gut zu, verhandeln geschickt und haben Know-how für modernen Wahlkampf.

Dass Roland Koch 2011 den Vorstandsvorsitz des deutschen Baukonzerns Bilfinger Berger übernehmen wird, fand ein gemischtes Echo. So schnell dürfe man nicht von der Politik in die Wirtschaft wechseln, bemängelten Kritiker. Andere beanstandeten die Wahl des neuen Arbeitgebers - Bilfinger Berger hatte in Kochs Regierungszeit einen millionenschweren Auftrag für ein Bauprojekt am Frankfurter Flughafen erhalten.

Der hessische Ministerpräsident a.D. Roland Koch.
Der hessische Ministerpräsident a.D. Roland Koch.
Foto: Gaby Gerster, Quelle: www.roland-koch.de

"Der Lockruf des Geldes holt Politiker in die Wirtschaft", schrieb beispielweise das Nachrichtenportal Welt Online zum Thema. Neu ist die Karriere-Wende nicht. Auch Gerhard Schröder oder Joschka Fischer wechselten von der Politik in die Wirtschaft. Vor allem Schröder wurde für diesen Schritt häufig und hart kritisiert.

Die Beweggründe für einen Wechsel sind unterschiedlich. Laut Welt Online soll Koch sich in der Politik über fehlende Gestaltungsmacht beklagt haben. Der Schritt in die Wirtschaft liegt für viele nach einer beendeten Politikerkarriere schon allein deshalb nahe, weil sie sich noch nicht zur Ruhe setzen möchten.

Was in die eine Richtung häufig verpönt ist, kann sich entgegengesetzt zur Erfolgsgeschichte wandeln. Cindy Waxer von unserer kanadischen Schwesterpublikation IT World Canada vertritt die These, dass insbesondere CIOs ideale Politikerqualitäten mitbringen.