Permanenter Blick auf die Kosten wird zum Unternehmensrisiko

Deutsche CIOs sparen ihre IT kaputt

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Mit ihrer Sparwut verstellen sich deutsche CIOs die Sicht auf die IT als Wachstumsmotor im Unternehmen. Ihre Kollegen in Italien oder Frankreich dagegen wollen vor allem die Service-Levels verbessern und die Governance-Strukturen optimieren. Das geht aus einer Studie hervor, die der Marktforscher IDC im Auftrag des Dienstleisters Accenture durchgeführt hat.
Die simple Kostenreduktion steht bei deutschen CIOs ganz oben auf der Agenda.
Die simple Kostenreduktion steht bei deutschen CIOs ganz oben auf der Agenda.

Glaubt man der Studie, ist deutschen CIOs zwar bewusst, dass IT zur Verbesserung der Performance beitragen muss - immerhin nennt mehr als jeder zweite Befragte das als Ziel - aber dem Denken folgt kein Handeln: Für 60 Prozent der Studienteilnehmer hat Cost-Cutting höchste Priorität. Die Analysten kommentieren denn auch: "Deutsche IT-Verantwortliche investieren ihre Zeit in Benchmarking und das Verbessern einzelner Prozesse aus Kostensicht, anstatt Wege zu finden, damit das gesamte Unternehmen durch IT Vorteile erringen kann." Wenn die Betriebe dadurch den Anschluss an die Modernisierung verpassen, stelle das ein Unternehmensrisiko dar, so die Autoren der Studie.

Das sieht im internationalen Vergleich zum Beispiel so aus, dass weltweit 40 Prozent der Unternehmen stärker in die IT-Infrastruktur (abgefragt wurden RechenzentrumRechenzentrum, NetzwerkeNetzwerke, Hardware, Sicherheit und Services) investieren wollen, unter den französischen CIOs sind es sogar 70 Prozent. In Deutschland dagegen werden nur 27 Prozent der Firmen ihre Infrastruktur-Budgets anheben, 23 Prozent wollen an diesem Punkt sogar sparen und rund 50 Prozent die Etats einfrieren. Alles zu Netzwerke auf CIO.de Alles zu Rechenzentrum auf CIO.de

Werden Italiener und Franzosen nach ihren Prioritäten befragt, nennen sie das Verbessern der Service-Levels, das Steigern der Bedeutung der IT für den Unternehmenserfolg und das Optimieren der Governance-Strukturen.

Deutsche wenig virtuell

Der Virtualisierungsgrad ist in Deutschland noch nicht hoch.
Der Virtualisierungsgrad ist in Deutschland noch nicht hoch.

Auch im Punkt VirtualisierungVirtualisierung hinken deutsche CIOs hinterher. Während Virtualisierungstechniken international im Server-, Speicher oder Netzwerkumfeld eingesetzt werden, um Rationalisierungsziele zu erreichen, zeigen sich die Deutschen zurückhaltend. Die Autoren der Studie führen das auf die genannten Sparzwänge zurück, unter denen sich die befragten CIOs sehen. Alles zu Virtualisierung auf CIO.de

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