Motivation steigern

Forscher raten: Mitarbeiter vor Kollegen loben

07. April 2011
Von Kolja Kröger
Lob vor Kollegen spornt Mitarbeiter zu besserer Leistung an. Das zeigen Arbeitsforscher. Dennoch sei Geld als Motivator nicht zu vernachlässigen, betonen sie.

Mit einer Postkarte und einem warmen Händedruck haben Wissenschaftler es geschafft, die Leistung von Mitarbeitern einer gemeinnützigen Organisation um zwölf Prozent zu steigern. "Soziale Anerkennung ist wichtig", folgern Michael Kosfeld und Susanne Neckermann daraus in ihrer Studie "Getting More Work for Nothing? Symbolic Awards and Worker Performance". Die nun veröffentlichte Untersuchung entstand im Frühjahr 2008 für das Bonner Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA).

Awards spornen die besten Mitarbeiter am stärksten an

"Vorgesetzte sollten dies berücksichtigen." Allein schon das Lob, wie es etwa IBMIBM mit seinem "Bravo Award" ausspricht, motiviert die Mitarbeiter zu besseren Leistungen. Sie zeigten zudem: Ein solcher Award spornt vor allem die besten Mitarbeiter zu noch besseren Leistungen an. Belohnungen in Form von Geld seien deswegen aber nicht weniger wichtig. Alles zu IBM auf CIO.de

Chefs sollten berücksichtigen: Ein Lob vor Kollegen spornt Mitarbeiter an.
Chefs sollten berücksichtigen: Ein Lob vor Kollegen spornt Mitarbeiter an.
Foto: MEV Verlag

Ohne dass diese es wussten, haben die Arbeits-Wissenschaftler die Arbeitsleistung von 150 Züricher Studenten unter die Lupe genommen. Für die Nicht-Regierungsorganisation "The Hunger Project" sollten sie möglichst genaue Kontaktdaten von Ansprechpartnern in Schweizer Gemeinden recherchieren, damit die NGO die Gemeinden um Spenden bitten konnte.

Lohn erhielten alle Studenten für ihre Arbeit - soviel wie bei Studentenjobs üblich und unabhängig vom Ergebnis ihrer Arbeit. Nur stellte man 87 der Mitarbeiter für den besten unter ihnen noch eine Gratulations-Karte, unterschrieben vom Schweizer Präsidenten der NGO und der Geschäftsführerin, in Aussicht. Die Geschäftsführerin überreichte die Auszeichnung am Ende jeder Arbeitssitzung persönlich vor allen anderen Studenten in der Gruppe - mit messbarem Ergebnis.