Neues Problem für CIO und IT

Generation Millennials droht mit Kündigung

Seit 2008 fokussiert sich der ehemalige IT-Unternehmer und Bitkom-Hauptvorstand darauf, Führungskräfte und Mitarbeiter der IT-Branche als Coach und Trainer zu unterstützen. Er ist Autor des Fachbuchs "Führungspraxis für Ingenieure und IT-Experten"
Nach einer Studie von Deloitte müssen bei jedem CEO, CIO sowie in den Bereichen IT und HR die Alarmglocken läuten. Der Grund: Viele Mitarbeiter aus der Generation Millennials wollen zeitnah ihren aktuellen Job quittieren. Allen voran Führungskräfte sowie fähige Angestellte. Ihre Kritikpunkte: Es fehlt an Weiterbildung, Förderung, Coaching und Mentoring. In Zeiten des Fachkräftemangels eine Katastrophe.
Millennials wollen Förderung und Perspektiven für Führungsaufgaben.
Millennials wollen Förderung und Perspektiven für Führungsaufgaben.
Foto: Gustavo Frazao - shutterstock.com

Unternehmen und speziell IT-Abteilungen droht durch die GenerationGeneration der Millennials - also den Jahrgängen 1980 bis 2000 - ein großes und für viele noch ungeahntes Problem - nämlich eine Kündigungswelle. Zu diesem erschreckenden Ergebnis kommt die jüngste Millennials-Studie des Beratungsunternehmens Deloitte. Eine Umfrage unter 7700 Beschäftigten dieser Altersgruppe in 29 Ländern brachte ans Licht, dass Alles zu Generation Y auf CIO.de

• bis 2020 zwei Drittel der Befragten kündigen werden und

• die Hälfte der Kündigungswilligen beabsichtigt, diesen Schritt bereits innerhalb der nächsten zwei Jahre zu tun.

Dabei handelt sich um einen globalen Effekt. Bis zum Jahr 2020 wollen in Großbritannien 71 Prozent den Arbeitgeber wechseln, in Indien gar 76 Prozent. Deutschland, Österreich und Schweiz werden in der Studie zwar nicht explizit aufgeführt, die Quote für Westeuropa liegt mit 60 Prozent aber auch hoch.

Für Arbeitgeber ist dieser Trend angesichts der Tatsache fatal, dass die meisten Mitarbeiter der Generation Millennials in den kommenden drei bis vier Jahren eine Führungsposition übernehmen sollen oder vor Kurzem Führungsverantwortung übernommen haben. Die Folgen sind für IT-Unternehmen oder die IT-Bereiche in Betrieben besonders gravierend, weil die jüngeren Mitarbeiter dort den Erfolg maßgeblich mitbestimmen. Bei einer Fluktuation der Hoffnungsträger von über 50 Prozent in einer Branche, die ohnehin über einen massiven Fachkräftemangel klagt, ist es gerechtfertigt, von einer dramatischen Entwicklung zu sprechen.

Betrachtet man die Ergebnisse der Studie, stellen sich folgende Fragen:

1. Lohnt sich die Investition in diese Mitarbeiter überhaupt, wenn die Hälfte der Hoffnungsträger binnen drei Jahren kündigt?

2. Was sind die Gründe für diese enorme Abwanderungsrate?

3. Haben Millennials unrealistische Vorstellungen von der Arbeitswelt und ihren Fähigkeiten?

Die Studie gibt auf diese Fragen klare Antworten.

Millennials wollen führen

Die Untersuchung zeigt, dass Millennials deutlich länger bei einem Unternehmen bleiben, wenn:

• Ihre Fähigkeiten sowohl erkannt und systematisch entwickelt werden als auch tatsächlich zum Einsatz kommen.

• Sie ermutigt werden, Führungsaufgaben zu übernehmen.

• Es ein breites Angebot an Trainingsmaßnahmen gibt, das sie auf Führungsaufgaben vorbereitet.

• Sie nach der Übernahme von FührungsaufgabenFührungsaufgaben durch Entwicklungsprogramme, Mentoring und Coaching darin unterstützt werden, ihre Führungsfähigkeiten permanent zu verbessern. Alles zu Personalführung auf CIO.de

Im Gegensatz dazu kündigen Millennials umso schneller, wenn sie den Eindruck haben, dass:

• Ihre Fähigkeiten weder erkannt, noch gefördert oder im Alltag eingebracht werden können.

• Man sie nicht für Führungsaufgaben in Betracht zieht und sie im Unklaren darüber lässt, warum sie nicht ausgewählt werden.

• Ihre fachlichen und leitenden Fähigkeiten nicht durch begleitende Maßnahmen verbessert werden.

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