Analysten-Kolumne

IT und Business 2007: Eigene Referenzen nutzen

20. Dezember 2006
Hartmut Lüerßen ist Partner der Lünendonk GmbH. Die Marktanalyse- und Beratungsschwerpunkte von Hartmut Lüerßen sind Digitalisierung, Trends in der IT-Beratung sowie IT-Service, Engineering Services und Personaldienstleistungen.
Die IT ist längst reif für das Business. Das zeigen viele innovative Projekte, die in 2006 und auch schon in den vergangenen Jahren in den Firmen umgesetzt wurden. Die Chance für die IT, sich als Innovationsmotor des Unternehmens zu positionieren, ist größer denn je.

Papierlose Prozesse in Unternehmen oder Behörden? Abrechnung nach tatsächlich eingestiegenen Fluggästen anstatt nach Flug-Buchungen? Zukünftig differenziertere Auto-Versicherungstarife nach tatsächlicher Fahrleistung und individuellen Risikomerkmalen (zum Beispiel anhand GPS-Routenverfolgung mit Berücksichtung der Tageszeiten und Region)? Unmögliches Business ohne IT. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Und insbesondere die Erfolge im eigenen Unternehmen sollten intern auch bekannt sein.

Innerhalb der Unternehmen sind Produktentwicklungen rund um Embedded-Systeme typischerweise im Bereich der Forschung und Entwicklung angesiedelt. Auf Seiten der Dienstleister finden sich jedoch neben spezialisierten Technologie-Engineering-Anbietern wie Altran, Ferchau, Teccon oder Yacht auch bekannte Namen aus dem IT-Beratungs- und IT-Dienstleistungs-Umfeld: Capgemini, Logica CMG, ESG, TietoEnator oder Gedas (T-Systems) sind hier ebenfalls aktiv.

Zu den Hauptkunden für derartige Technologie-Engineering-Dienstleistungen gehören die Anwender aus den Branchen Luftfahrt, Rüstung, Automobil- und Zulieferindustrie sowie Maschinenbau oder Unterhaltungselektronik, die in Deutschland insgesamt etwa neun Milliarden Euro für externe Forschung und Entwicklung ausgeben. Tendenz substanziell steigend.

Technologien rücken in den Hintergrund

Ein Indikator dafür, wie reif Technologien wirklich sind, ist die für den Endanwender sichtbare Komplexität. Sie reduziert sich heute bei vielen Anwendungen auf eine relativ intuitive Browser- oder Windows-Oberfläche, über die mit einfachen Befehlen im Hintergrund beispielsweise äußert komplexe Datenbank-Abfragen oder multidimensionale Auswertungen angesteuert werden. Dieser Aspekt ist weitgehend erfüllt und Standard geworden. Dass die Technologien im Hintergrund dabei mit jeder neuen Integrationsstufe und Funktionalität umso komplexer werden, ist unvermeidlich und stellt hohe Anforderungen an die Qualität und Stabilität der Lösungen.