Probleme wegen Einkommensunterschieden

Neid bei Gehältern

02. Mai 2012
Bettina Dobe ist freie Journalistin aus München. Sie hat sich auf Wissenschafts-, Karriere- und Social Media-Themen spezialisiert. Sie arbeitet für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland.
Menschen unter 45 fühlen sich eher angespornt, erst ab 45 wird man neidisch auf höheres Einkommen. Das ergab eine Studie des HWWI und britischen Forschern.
Glücklich trotz niedrigerem Gehalt - das gilt zumindest für die Unter-45-Jährigen.
Glücklich trotz niedrigerem Gehalt - das gilt zumindest für die Unter-45-Jährigen.
Foto: Robert Kneschke /Fotolia

Eigentlich haben Gehaltsunterschiede einen negativen Effekt: Neid kommt auf, wenn man sieht, dass andere mehr verdienen. Vor allem, wenn sie in ähnlichen Positionen arbeiten. Ein Team aus deutschen und britischen Forschern untersuchte den Zusammenhang zwischen GehaltGehalt und Lebenszufriedenheit. Max F. Steinhardt vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) und Kollegen aus St. Andrews kamen zu dem überraschenden Ergebnis: Bei Unter-45-Jährigen ist das höhere Einkommen der Peer-Guppe eher ein Ansporn. Alles zu Gehalt auf CIO.de

Gehaltsunterschiede können also einen positiven Effekt haben. So betrachten viele das höhere Einkommen anderer eher als Ziel, das es zu erreichen gilt. Forscher sprechen hier auch vom "Tunneleffekt": Das persönliche Wohlbefinden ist positiv, auch wenn das eigene Gehalt niedriger ist.

Bei 45 Jahren liegt die Grenze

Menschen unter 45 Jahren, so die Studie, sind beruflich und privat flexibler und rechnen sich für die Zukunft im Job noch viele Möglichkeiten aus. Vergleichen sie sich mit anderen, sehen sie noch Chancen, dieses Gehalt auch selbst zu erreichen. Die Forscher sprechen vom "erwarteten" Gehalt über die gesamte Laufbahn.

Die Jüngeren ärgern sich also nicht zwangsläufig, wenn sie gehaltsmäßig schlechter abschneiden. Im Gegenteil: Auf ihre generelle Lebenszufriedenheit wirkt sich das Gehalt nicht sonderlich aus - wenn es nicht zu weit nach unten ausschert.