Wartungsvertrag gekündigt

Siemens legt sich mit SAP an

15. September 2009
Riem Sarsam ist IDG-Redakteurin und leitet verantwortlich das CIO Leadership Excellence Program (LEP), eine exklusive Fortbildung für IT-Manager, gemeinsam veranstaltet von CIO und der WHU – Otto Beisheim School of Management .
Die Siemens AG hat Presseberichten zufolge ihren Wartungsvertrag mit SAP gekündigt. Der Münchener Konzern verhandele demnach mit anderen Anbietern über einen günstigeren Service. Für die Gemeinschaft der SAP-Kunden dürfte dieser Schritt Signalwirkung haben.

Die Wirtschaftswoche meldet, dass Siemens den Wartungsvertrag mit SAPSAP zum Ende des Jahres gekündigt hat. Hintergrund sei der Versuch, in diesem Bereich Kosten zu reduzieren. Auf immerhin rund 30 Millionen Euro werden die Kosten für die Wartung der SAP-Systeme bei Siemens geschätzt. Eine ordentliche Summe, bei der es nicht verwundert, wenn sie auf den Prüfstand kommt. Ob und inwieweit dies auch in München der Fall ist, ist noch nicht klar. SAP wollte den Artikel der Wirtschaftswoche weder bestätigen noch dementieren. Auch Siemens CIO Norbert Kleinjohann winkt ab: Zu Partnerbeziehungen äußere man sich nicht in der Öffentlichkeit. Alles zu SAP auf CIO.de

Wie die Wirtschaftswoche weiter schreibt, schaue sich Siemens nun nach Alternativen um. Man verhandle derzeit mit den US-Unternehmen IBM, Rimini Street und dem indischen Anbieter HCL. Die in den USA ansässige Firma Rimini Street wirbt beispielsweise damit, SAP-Systeme für die Hälfte der Kosten zu warten und zu pflegen. Dafür erhalten die Kunden die notwendigen Updates für Steuern und Sozialversicherungen, Weiterentwicklungen sowie Systemerweiterungen sind allerdings vom Wartungsvertrag ausgeschlossen.

Für SAP dürfte die mit dem Gerücht erneuerte Aufmerksamkeit auf die Preise für Wartung und Support zu einem ungünstigen Zeitpunkt kommen. Nach wie vor herrscht Unruhe unter den Kunden, doch man hat sich mittlerweile einander angenähert und redet miteinander. Ein erstes Ergebnis der Gespräche war, einen Benchmark für den Service aufzubauen. Dieser soll den von SAP beschworenen Mehrwert des verteuerten Enterprise Support unter Beweis stellen.

Nun könnte die Diskussion neu entfacht werden. Mit Siemens lehnt sich einer der größten SAP-Kunden gegen die Service-Konditionen auf. Rund 160.000 Mitarbeiter nutzen der Wirtschaftswoche zufolge die Software aus Walldorf. Als SAP-Großkunde müssten die Münchner eine Wartungsgebühr von 17 Prozent zahlen. Offenbar hatte Siemens mit SAP erfolglos um eine Reduzierung der Kosten gerungen.

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