Retail IT


Ehemaliger DHL-CIO

So erschließen sich Händler einen neuen Markt

27. Dezember 2012
Von Ralf Weißbeck
Grafik II: Begehrte Waren im Internet.
Grafik II: Begehrte Waren im Internet.
Foto: cio.de

Obwohl die Nutzung in den vergangenen Jahren zugenommen hat, verfügen 82 Prozent der deutschen Verbraucher noch über keinerlei Erfahrung mit dem Online-Handel von Lebensmitteln. Dabei sind Lebensmittel ein Kernbereich des immer wichtiger werdenden Sektors Lifestyle & Convenience. Wer hat die Situation noch nicht erlebt: Nach einem anstrengenden Arbeitstag müssen noch schnell Lebensmittel eingekauft werden, weil der Kühlschrank leer ist. Wenn dann alle Läden geschlossen haben, bleibt am Ende nur noch der Gang zur Tankstelle oder der Anruf beim Pizzaservice. Und welche gestresste Mutter wäre nicht froh darüber, schnell Lebensmittel per App oder im Internet bestellen zu können? Nörgelnde Kinder ins Auto zu packen, im Verkehrsstau zu stehen und in überfüllten Supermärkten lange an der Kasse zu warten bliebe ihr dadurch erspart.

Auf iPhones und AndroidAndroid SmartphonesSmartphones existieren heute schon eine Vielzahl von Programmen, Lebensmitteleinkäufe zu planen. Die Services sind zwar mit einem hohen Aufwand verbunden und für keinen Retailer flächendeckend umzusetzen. Die Tatsache, dass der über Tankstellen abgewickelte Lebensmittelmarkt jährlich über zehn Milliarden Euro Umsatz bringt, macht diesen Bereich trotzdem interessant. Alles zu Android auf CIO.de Alles zu Smartphones auf CIO.de

Mögliche Rolle der Logistikpartner

Grafik III: Gründe für Lebensmitteleinkauf im Web.
Grafik III: Gründe für Lebensmitteleinkauf im Web.
Foto: cio.de

Was müsste nun ein Logistiker tun, um diesen Markt für sich zu erschließen? Grundlage ist eine IT-Architektur, in die PCs und Smartphones integriert sind. Auf dieser Plattform können dann ausgewählte Supermärkte ihr jeweiliges Sortiment online anbieten. Sie sind verpflichtet, dieses Sortiment bezüglich Preisen und verfügbaren Mengen zu pflegen. Darüber hinaus werden geeignete Bezahlsysteme wie Paypal, Kreditkartenzahlung oder Abbuchung vom Bankkonto hinterlegt. Passwortmechanismen sorgen dafür, dass die Daten sicher und vor Missbrauch geschützt sind. Der Kunde hat die Möglichkeit, entweder einmalig eine Bestellung aufzugeben oder sich bei mehrmaliger Nutzung für den Service zu registrieren und gegebenenfalls Flatrates zu nutzen. Bei Registrierung kann er die gewünschte Bezahloption hinterlegen, ohne diese Daten dann bei Folgebestellungen nochmals neu eingeben zu müssen.

Die Auswahl der Produkte muss intuitiv und einfach sein. Alle Produkte werden in einem Warenkorb gesammelt und in einer Bestellung an den jeweiligen Supermarkt und Logistikpartner übermittelt. Aufträge, die am gleichen Tag ausgeliefert werden sollen, sind bis zu einer fest definierten Uhrzeit (zum Beispiel 15 Uhr) aufzugeben. Der Logistikpartner wird bei der Auslieferung Routenoptimierung nutzen (GPS) und die Produkte zuverlässig zustellen (Rückverfolgung über Web). Anhand verschiedener Kriterien wie Postleitzahl des Bestellers oder „zuständigem“ Supermarkt wird vom Programm sichergestellt, dass dem Kunden immer die nächste Filiale angeboten wird. Sollte der Kunde besondere Wünsche hinsichtlich Filiale, Produktangebot oder Service haben, erfolgt ein Preisaufschlag.