Service-Landschaft

Stand der Dinge bei Outsourcing & Services

20. Februar 2015
Gernot Gutjahr verantwortet als Partner die CIO und IT Outsourcing Advisory Beratung der KPMG in Deutschland. Er verfügt über insgesamt mehr als 15 Jahre Expertise auf allen Seiten einer Sourcing-Beziehung: als Berater, als Provider und als Kunde. Im Laufe seiner Karriere leitete er zahlreiche Projekte und war direkt in 50 Outsourcing-Initiativen mit einem Umfang zwischen 1 Mio. und 2,5 Mrd. Euro involviert.
Muss man noch erwähnen, was längst zu einem Mantra geworden ist? Ja, sollte man, wenn dieses Mantra neue Ursachen hat. Also: Geld ist wie stets knapp; Effizienzgewinne sind geboten; Unternehmen müssen strukturell IT-Kosten reduzieren. Diese Einsparungen sind oft nur über eine höhere Skalierung durch strategisches Sourcing zu erreichen.
Viele Unternehmen benötigen heute noch einen Mitarbeiter pro 100 Server, Dienstleiter einen Mitarbeiter pro 1.000 Server und weiter automatisierte Cloud-Provider einen Mitarbeiter pro 10.000 Server.
Viele Unternehmen benötigen heute noch einen Mitarbeiter pro 100 Server, Dienstleiter einen Mitarbeiter pro 1.000 Server und weiter automatisierte Cloud-Provider einen Mitarbeiter pro 10.000 Server.
Foto: vege - Fotolia. com

Zwar sind viele Executives zufriedenen mit den Effizienzgewinnen, die sie durch OutsourcingOutsourcing erreicht haben. Und sie bestätigen in Gesprächen, dass sie Services mit einer höheren Wertschöpfung auslagern müssten, um zusätzliche Effizienzen zu heben. Trotzdem bleiben heute in der Automobilindustrie die meisten IT-Outsourcing-Partnerschaften transaktionaler als zum Beispiel die Beziehungen zwischen strategischen Lieferanten und OEMs. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Wenn die Erkenntnislücke geschlossen ist, was hält Unternehmen zurück? Gibt es eine Vertrauenslücke zwischen den Outsourcing-Partnern?

Eine breit angelegte Studie von Horses for Sources und der KPMG zeigt, dass den Unternehmen mehr strategische Sourcing-Optionen offen stehen und sie gleichzeitig anspruchsvoller geworden sind.

In-House Shared Services und Outsourcing wachsen weiter, und sind ein Enabler für die globalen Operating Modelle der Unternehmen. Vier von jeweils fünf der von der KPMG befragten Unternehmen investieren in ihre globale IT-Infrastruktur und ihre globalen Services. Immerhin sieben von zehn Unternehmen investieren weiter in Outsourcing-Partnerschaften.

Foto: HfS Research / KPMG

(Cloud-)Services und Outsourcing konvergieren

Der Wettbewerb im IT-Service-Markt hat sich verschärft. Getrieben wurde dies zunächst durch ursprünglich indische Dienstleister wie Cognizant, Infosys und Tata Consulting Services. Sie haben zu den größten 20 Dienstleistern weltweit aufgeschlossen, ihr Serviceportfolio ausgeweitet und konkurrieren heute auch um Infrastruktur-Management. Parallel dazu setzen Software-as-a-Service- und Infrastructure-as-a-Service-Anbieter den Markt von oben und unten unter Druck.

OracleOracle und SAPSAP sind noch primär ISVs, gehören aber bereits zu den größten 20 Dienstleistern weltweit. Und zuletzt spielen 'Robotics', die im Markt aufwärts von Software-Defined Networking (SDN) bis zu weitgehend autonomen Rechenzentren agieren. Viele Unternehmen benötigen heute noch einen Mitarbeiter pro 100 ServerServer, Dienstleiter einen Mitarbeiter pro 1.000 Server und weiter automatisierte Cloud-Provider einen Mitarbeiter pro 10.000 Server. Alles zu Oracle auf CIO.de Alles zu SAP auf CIO.de Alles zu Server auf CIO.de

Führende Unternehmen erzielen heute signifikante Vorteile nach einem Shift weg von 'On-Premise' und hin zu 'As-a-Service'. Diese Vorteile sind Realität, keine Vorhersage mehr. Eines von drei von der KPMG befragten Unternehmen nutzen bereits heute über IT-Outsourcing hinausgehende BPaaS/Cloud Lösungen als Alternative zu Legacy Outsourcing.

Zwei Drittel der befragten Unternehmen bleiben hinter ihren selbst gesteckten "Digitalisierung-Zielen" zurück. Die für die Transformation und Automatisierung von Prozessen notwendigen Kompetenzen und Erfahrungen sind heute oft im eigenen Haus nicht ausreichend vorhanden. Und nach Jahren von Kostendisziplin erwarten viele Unternehmen sogar eine Verschärfung dieser Talentknappheit.

Foto: HfS Reserach / KPMG

Unternehmen verlieren schnell die Geduld mit Dienstleistern die nicht proaktiv mit ihnen arbeiten und sich auf die Basics ihrer Vereinbarung beschränken. Zunehmend viele der befragten Unternehmen terminieren oder teilen bestehende Vereinbarungen mit Dienstleistern die operative Probleme nicht schnell genug in den Griff bekommen, um dann mit der Transformation zu starten. Outsourcing muss mehr als taktische Kostenreduzierung liefern - Outsourcing muss dazu beitragen, globalen Operating Models und Digitalisierung schneller umzusetzen als alleine und das In-House möglich wäre.

Foto: HfS Research / KPMG

Strategische Lieferanten haben den OEMs in der Automobilindustrie dabei geholfen, genau dies zu tun. Dabei kam es wie heute in der IT-Industrie zu einem Auslese und einem Konsolidierungsprozess unter den Dienstleistern. Und um mit einer Vorhersage zu schließen: In fünf Jahren wird deswegen die IT-Services- und die IT-Dienstleisterlandschaft anders aussehen als heute.