Deloitte-Studie

Was Millenials vom Arbeitgeber erwarten

28. Februar 2013
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Für Mitarbeiter unter 30 Jahre sollten sich Unternehmen für die Verbesserung der Gesellschaft einsetzen sowie mehr Innovation und Kreativität zulassen.
So definieren die Millennials den Sinn von Unternehmen.
So definieren die Millennials den Sinn von Unternehmen.
Foto: Deloitte

Vor mittlerweile gut vier Jahrzehnten schockten junge Leute den Rest der Welt. Sie ignorierten die Logik der Industriegesellschaft und träumten von einer besseren Welt statt einfach genug Geld – und das sehr laut. Man erfand zur Erklärung dieser ungewöhnlichen Generation einen soziologischen Begriff: Postmaterialismus. Die materiellen Bedürfnisse waren demnach offenkundig soweit befriedigt, dass man sich anspruchsvolleren Dingen widmen konnte: dem Weltfrieden, der Weltrevolution oder dem ökologischen Gewissen. Der radikale Impetus ist seither zwar verschwunden – aber auch die aktuell junge Generation ist weithin eine postmaterialistische, zumindest hierzulande.

Das jedenfalls ist ein Befund einer neuen Studie von Deloitte. „The Millennial Survey 2013“ spürt den Einstellungen und Ansichten gut ausgebildeter Vollzeitmitarbeiter nach, deren Geburtsdatum nicht vor Januar 1982 liegt. In 16 Ländern respektive regionalen Märkten wurden jeweils rund 300 der jungen „Millennials“ befragt.

Gesellschaft, Profit und Innovationen

Definitiv postmaterialistisch klingt in jedem Fall, wie die Befragten die Aufgabe von Unternehmen definieren. 36 Prozent nennen zuallererst die Verbesserung der Gesellschaft – das ist insgesamt der Spitzenwert und ebenso der Spitzenwert in acht Ländern, darunter Deutschland, Frankreich und die USA. Das Erwirtschaften von Profit kommt mit 35 Prozent auf ein paar Stimmen weniger, ganz vorne liegt das Gewinnstreben nur in Südkorea und Südafrika. Briten und Australier führen demgegenüber zuvorderst die Herstellung von Gütern und Dienstleistungen an.

Angelpunkt der Studie sind aber vor allem die 33 Prozent, die das Vorantreiben von InnovationInnovation als Unternehmenszweck sehen. Das bedeutet Platz drei insgesamt, in China und Spanien sogar Rang eins. 46 Prozent der befragten Chinesen plädierten ausdrücklich für Innovation, die Quote in Brasilien und Indien liegt kaum niedriger. Am anderen Ende der Skala rangiert mit lediglich 15 Prozent Japan. Alles zu Innovation auf CIO.de