Keine Erfolgkontrolle

Die Mängel bei Web 2.0 in Unternehmen

16. September 2011
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Nur 15 Prozent der deutschen Unternehmen ermitteln Erfolgskennzahlen oder verfügen über Social Media-Budgets. Wie Firmen mit Web 2.0 umgehen.
Der Strategie-Kuchen: So verteilen sich die Herangehensweisen der Unternehmen. Das gelbe Stück ist bedenklich klein.
Der Strategie-Kuchen: So verteilen sich die Herangehensweisen der Unternehmen. Das gelbe Stück ist bedenklich klein.
Foto: Fink & Fuchs

71 Prozent der Unternehmen, Behörden, Verbände und sonstigen Organisationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz kommunizieren mittlerweile via Social MediaSocial Media. Das zeigt eine aktuelle Erhebung der Universität Leipzig, der Fink & Fuchs Public Relations AG und des Magazins Pressesprecher. Befragt wurden im Mai und Juni knapp 600 Kommunikationsverantwortliche. Gegenüber dem Vorjahreswert von 54 Prozent ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Allerdings wurde die vor einem Jahr erwartete Marke von 80 Prozent deutlich verfehlt. Alles zu Social Media auf CIO.de

Obwohl auch die Unterstützung durch das Management auf 48 Prozent stieg, offenbaren sich noch jede Menge Defizite. „Dennoch gibt es bislang nur bei maximal einem Drittel der befragten Organisationen dezidierte personelle Ressourcen, Guidelines, Trainingsangebote oder Monitoring-Tools für Social Media“, konstatieren die Autoren Stephan Fink, Ansgar Zerfaß und Anne Linke. „Erfolgskennzahlen oder Social Media-Budgets sind nur bei rund 15 Prozent vorhanden.“ Zudem sorgten der aus Social Media entstehende Alltagsdruck und wachsende Erfahrung für eine nüchternere Betrachtungsweise der Entwicklung.

Nur ein gutes Drittel der Befragten sehe die eigene Organisation gut gerüstet für Social Media. Lediglich 4 Prozent geben sich hier selbst die Note „sehr gut“. Knapp 18 Prozent bewerten sich diesbezüglich als schlecht oder sogar sehr schlecht.

Finanzieller und personeller Aufwand zu groß

Insbesondere drei Hürden kristallisieren sich derzeit als oftmals zu hoch heraus. 76 Prozent der Befragten stufen den finanziellen und personellen Aufwand als zu groß ein. 55 Prozent äußern die Sorge, die Web 2.0-Kommunikation lasse sich nicht kontrollieren. 52 Prozent gestehen ein, dass überzeugende Nutzungskonzepte fehlen.