Firmen vor Atlas-Einführung

Große Unternehmen gut auf E-Zoll vorbereitet

27. November 2007
Von Nicolas Zeitler
Zwei von drei deutschen Firmen sehen sich schon jetzt gut gerüstet für die elektronische Zollabwicklung in der EU ab Mitte 2009. Kleine und mittlere Unternehmen unterschätzen allerdings häufig den Organisationsaufwand, den die "Initiative e-Zoll" der Europäischen Kommission mit sich bringt. Das hat eine neue Studie ergeben.
Die Mehrheit der Import- und Export-Firmen sieht sich gut auf die Initiative "E-Zoll" vorbereitet. Insgesamt 67 Prozent betrachten ihre Vorkehrungen als ausreichend oder vollständig ausreichend.
Die Mehrheit der Import- und Export-Firmen sieht sich gut auf die Initiative "E-Zoll" vorbereitet. Insgesamt 67 Prozent betrachten ihre Vorkehrungen als ausreichend oder vollständig ausreichend.
Foto: Materna

Mit dem E-Zoll-Projekt will die Europäische Kommission alle papiergestützten Zollverfahren durch elektronische Prozesse ersetzen. Die Abwicklung soll dadurch moderner und effizienter werden. Die EU-Kommission erhofft sich mehr Sicherheit an den Außengrenzen der Union und einen vereinfachten HandelHandel. Hierzulande müssen spätestens ab dem 1. Juli 2009 alle Unternehmen, die Waren ein- und ausführen, dafür das elektronische System Atlas der deutschen Zollverwaltung nutzen (Atlas = Automatisiertes Tarif- und lokales Zoll-Awicklungs-System). Top-Firmen der Branche Handel

Unabhängig von der Unternehmensgröße sehen sich 67 Prozent der Firmen in der Bundesrepublik organisatorisch gut aufgestellt, um die Neuerungen im Zollverfahren umzusetzen. Drei von zehn Firmen sehen dagegen Nachholbedarf. Bei der Organisation der Zollabläufe fragten die Autoren der Studie konkret, ob die Firmen mit Logistik-Dienstleistern arbeiten, bewilligte Vereinfachungen nutzen, Verantwortlichkeiten definiert haben, und ob die Zollvorgänge geplant ablaufen.

Bei der Abfertigung von Einfuhren lässt sich fast jede dritte Firma (32 Prozent) immer von einem Dienstleister vertreten. Einen Grund hierfür sehen die Verfasser der Untersuchung darin, dass der Import wesentlich komplexer zu handhaben ist als Ausfuhren. Schon heute wird das IT-Verfahren Atlas hier flächendeckend genutzt. Eine eigene Atlas-Infrastruktur aufzubauen, ist für Unternehmen jedoch mit hohen Kosten verbunden. Von den kleinen und mittelgroßen Firmen lässt sich daher fast jede zweite von einem Logistik-Dienstleister vertreten (49 Prozent).

Bei der Abfertigung von Ausfuhren greifen sieben von zehn Firmen hingegen selten oder nie auf einen Dienstleister zurück. Ob sie diese Aufgabe künftig auslagern werden, ist in vielen Unternehmen allerdings noch nicht endgültig entschieden. Die Abwicklung von Exporten über Atlas wird erst Mitte 2009 verpflichtend. Ein großer Teil der Import- und Export-Firmen nutzen vereinfachte Verfahren, die bei den Zollbehörden beantragt werden müssen. So sind zum Beispiel drei Viertel bereits als so genannter "Zugelassener Ausführer" beim Zoll registriert. Weitere zehn Prozent haben vor, diesen Status zu beantragen.