Nutzung in neuen Einsatzgebieten stagniert

Smart-Cards erobern nur mühsam neue Märkte

27. August 2004
Von Michael Kallus
Smart-Cards werden noch immer hauptsächlich als SIM-Karten für Mobiltelefone oder als Kredit- und Bankkarten genutzt. Ein Einsatz etwa zur biometrischen Identifikation oder im digitalen Fernsehen liegt noch in Ferne. Das berichtet das Marktforschungsunternehmen Forrester.

SIM- und Bankkarten machen auch in diesem Jahr rund 87 Prozent des Absatzes von Smart-Cards aus. Insgesamt dürften 1,1 Milliarden Stück verkauft worden sein. Gegenüber 2000 wären das laut Forrester gerade einmal doppelt so viel. Damit habe sich ihr Anteil gegenüber 2001 kaum verändert.

Forrester erwartet, dass die größten Einsatzgebiete auch in den folgenden Jahren bei Handys und Bankkarten liegen werden. Zum Beispiel dürfte die für 2005 erwartete breite Einführung von GSM-Handys der dritten Generation den Bedarf an SIM-Karten treiben. Zudem werden Europay, Mastercard und Visa von Magnet-Kreditkarten auf Smart-Cards umstellen. Das würde in Europa und Teilen Asiens für Bedarf sorgen, wenn auch vorerst weniger in Nordamerika.

Smart Cards nach Anwendungen
Smart Cards nach Anwendungen

Während Smart-Cards im Gesundheitswesen in Europa laut Forrester vergleichsweise gut abschneiden, seien in den USA Krankenversicherungen und -behörden in Bundesstaaten wie Ohio aus Sicherheitsgründen wieder zu Magnetstreifen-Karten zurückgekehrt. Lediglich die amerikanischen Regierungsbehörden und einige wenige multinationale Konzerne hätten sie als Identitätsausweis für ihre Mitarbeiter eingeführt.

Viele Projekte noch im Entwicklungsstadium

Forrester berichtet, der Einsatz als Zahlungsmittel in Massentransportsystemen hätte ebenfalls noch nicht die erwartete Größe erreicht, weil mehrere ProjekteProjekte verschoben oder zurückgestellt wurden. Auch die Zahl der Smart-Cards, die Unternehmen zum Sammeln von Loyalitätspunkten (zum Beispiel "Happy Digits") ausgegeben haben, hätte sich zwischen 2002 und 2003 wenig verändert. Alles zu Projekte auf CIO.de

Neue Absatzchancen sieht Forrester in der Absicht der amerikanischen Bundesregierung, Smart-Cards mit biometrischer Identifikation einzusetzen, um Einreisende besser zu erkennen. Außerdem planen verschiedene amerikanische BankenBanken, Smart-Cards mit RFID als kontaktfreie Kreditkarte zu nutzen. Top-Firmen der Branche Banken

Smart-Cards mit Problemen im Biometrie-Markt.
Smart-Cards mit Problemen im Biometrie-Markt.