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Zu komplex - jetzt Dezentralisierung

Otto kippt SAP-Riesenprojekt

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.

Diese drei Direktoren des internen IT-Dienstleisters Group Technology Partner (GTP) berichten an Jürgen Schulte-Laggenbeck. Er ist Finanz- und IT-Vorstand der Otto Group. Was das Ende des SAP-Projektes für GTP bedeutet, das wollte ein Sprecher der Otto Group gegenüber CIO.de nicht präzisieren. Dafür sei es noch zu früh, so der Sprecher. Eines aber sei klar: "Die GTP wird sich neu positionieren müssen."

Schaden im zweistelligen Millionenbereich

Den finanziellen Schaden beziffert der Sprecher auf einen zweistelligen Millionenbereich. Knapp hundert Kollegen hätten an P4P gearbeitet. Dennoch will der Sprecher beim Scheitern des Großprojektes nicht nur negative Folgen sehen: Die Erfahrungen und das gewonnene Wissen nützten dem Konzern.

Keinesfalls sei das Ende von P4P als Entscheidung gegen SAPSAP zu verstehen, so der Sprecher weiter. Einzelne Gesellschaften des Konzerns wie beispielsweise Sport-Scheck und Bon Prix haben sich für SAP entschieden. Alles zu SAP auf CIO.de

Händler haben zusätzlich Probleme

Ruediger Spies, Independent Vice President Enterprise Applications beim Marktforscher IDC, sagt über das Scheitern des Projektes: "Eine solche SAP-Einführung ist nicht trivial." Dabei habe ein Versandhändler noch einmal eine ganz andere Lastverteilung auf die Prozesse zu bewältigen als der stationäre Einzelhandel, weil viele Kunden beispielsweise mehrere Artikel zur Anprobe bestellen und dann einige davon zurückschicken. "Solche Mengen an Retouren verzeichnet der stationäre HandelHandel nicht", sagt Spies. Top-Firmen der Branche Handel

Dies vor dem Hintergrund, dass sich Otto selbst vom Katalogversender zum modernen Online-Händler entwickelt hat. Werner Otto hatte das Unternehmen am 17. August 1949 als Otto-Versand gegründet, in den 1970er Jahren entwickelte sich das Haus durch Unternehmensbeteiligungen, Neugründungen und Joint Ventures zur heutigen Otto Group.

Die Hanseaten betreiben nach wie vor stationäre Geschäfte zum Abverkauf von Restposten. Unternehmensteile wie etwa Sport-Scheck kommen ursprünglich aus dem stationären Einzelhandel und haben Versand- und Online-Handel erst später entwickelt. Diese Multi-Channel-Strategie muss in den Systemen abgebildet werden.

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