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Wie Zander seine Kundenschnittstelle digitalisiert

Michael Schweizer ist freier Autor in München.
Das W. Schraml Softwarehaus digitalisiert den Vertrieb und andere Prozesse des auf Haustechnik spezialisierten Großhändlers Zander Gruppe. Im Mittelpunkt steht die digitale Plattform ZanderOnline. In den Projekten kommt es auf Geschwindigkeit an, ohne dass die Sicherheit vernachlässigt wird.

Was passiert, wenn ein Handwerksbetrieb auf der Baustelle feststellt, dass ihm wichtige Materialien ausgehen? Würde er im Zweifel Nachschub bei Amazon bestellen? Kaum jemand wird bezweifeln, dass Amazon einen entsprechenden Service einrichten könnte. Also müssen die angestammten Lieferanten von Handwerksbetrieben so gut sein wie Amazon, am besten sogar besser.

Alexandra Diwischofsky und Arno Ohrmund erklären ein Zander-Projekt.
Alexandra Diwischofsky und Arno Ohrmund erklären ein Zander-Projekt.
Foto: W. Schraml Softwarehaus

Das ist die Herausforderung für das W. Schraml Softwarehaus und das Digitalisierungsziel der Zander Gruppe. Zander mit Hauptsitz in Essen ist einGroßhändlerGroßhändler für Haustechnik, Elektro und Sanitär, der ausschließlich an Gewerbebetriebe, also zum Beispiel an Handwerker, verkauft. Das W. Schraml Softwarehaus aus Martins- ried bei München ist Zander seit 1988 als Softwarepartner verbunden. Top-Firmen der Branche Handel

Tempo

  1. Zander digitalisiert sich agil in Drei-Wochen-Sprints.

  2. Fachabteilungen und externen Kunden werden erste Entwicklungsergebnisse sofort vorgestellt.

  3. Statt ausgefeilter Lastenhefte: "Let’s try it" mit Prototypen.

  4. Wo nötig, geht Sicherheit vor.

Vermittelt durch Dicon, den IT-Dienstleister der Zander-Gruppe, betreut Schraml seit 2015 die Plattform ZanderOnline und sorgt dafür, dass sie immer kundenfreundlicher wird. Für die Kunden sind zum Beispiel schnellere Lieferungen wichtig. Dafür sorgen ein neues Lagerverwaltungs- system und die Daten-Management- Plattform Lobster. Kunden finden auf ZanderOnline jetzt auch Produktkonfiguratoren vor.

Ihre Auftragsbestätigungen und Lieferavise bekommen sie im gewünschten Format. Die Zander-Mitarbeiter sind von Routinetätigkeiten entlastet und können sich Kunden, die Beratung brauchen, nun ausführlicher widmen. Gerade läuft die Entwicklung der Spracheingabe, so dass ZanderOnline den Nutzern auch aufs gesprochene Wort zu Diensten sein wird.

»Wir ergänzen bewährte Module und Plattformen fortlaufend durch neue Features, Schnittstellen und Plattformen, ohne den Produktivbetrieb zu beeinträchtigen.« - Alexandra Diwischofsky, Geschäftsführerin, W. Schraml Softwarehaus

Wer seine Kundenangebote digitalisiert, muss auch intern umbauen. Zander-Mitarbeiter müssen sich von vielem verabschieden, was sie schon immer so gemacht hatten. Das betrifft auch die Softwareentwicklung und damit die Aufträge an W. Schraml Softwarehaus. Wo immer möglich, folgen Schraml und Zander einer Digital-First-Denkweise, bei der Geschwindigkeit vor Perfektion geht. Der Verkauf über ZanderOnline macht für den Konzern in einigen Warengruppen mittlerweile über 50 Prozent aus.

Insgesamt stieg er seit 2012 von 14,4 Prozent auf 25,1 Prozent (Dezember 2017). Da digitale Bestellungen etwa um ein Viertel günstiger kommen als klassische Großhandelsvorgänge, ist diese Entwicklung für Zander und seine ungefähr 2000 Mitarbeiter sehr wichtig.

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