SAP-Ertragskraft

So treibt die Cloud-Sparte das Wachstum bei SAP

18.10.2017
Europas größter Softwarehersteller SAP hat nach Ansicht von Analysten auch im dritten Quartal weiter von einer ordentlichen Nachfrage profitiert.
SAP-Chef Bill McDermott
SAP-Chef Bill McDermott
Foto: SAP

Doch wegen hoher Investitionen ins Wachstumsfeld Cloud dürfte erneut anteilig weniger vom Umsatz als operativer Gewinn hängen geblieben sein. Die Anleger wird daher vor allem interessieren, ob die Walldorfer Fortschritte bei den Kosten machen können und ob - wie von SAP-Chef Bill McDermott und Finanzvorstand Luka Mucic in Aussicht gestellt - im kommenden Jahr bei der Marge die Wende gelingt. An diesem Donnerstag legt das Dax -Schwergewicht die Zahlen zum dritten Quartal vor.

Die Analysten erwarten in der Mehrzahl einen weiter guten Lauf vor allem mit Cloud-Software zur Miete aus dem Internet. Aber auch die fest installierten Programme dürften dank der neuen Softwareversion S4 Hana weiter bei den Kunden Anklang finden. Gebremst wird SAPSAP aber wohl vom wiedererstarkten Euro: Der Gegenwind von den Währungen dürfte den vorgelegten Zahlen den Glanz nehmen, schrieb Credit-Suisse-Experte Charles Brennan. Alles zu SAP auf CIO.de

Analysten zufolge steigen die SAP-Erlöse

Dennoch reicht es wohl bei Umsatz und operativem Ergebnis für Wachstum. Der Erlös sollte nach den Schätzungen der sieben von dpa-AFX befragten Analysten um 5,4 Prozent auf 5,67 Milliarden Euro zulegen. Das um Sondereffekte wie aktienbasierte Vergütungsprogramme bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern wächst dagegen wohl nur um 2,3 Prozent auf 1,68 Milliarden Euro. Die Marge wäre damit von 30,5 Prozent vor einem Jahr auf 29,6 Prozent gesunken.

SAP CFO Luka Mucic
SAP CFO Luka Mucic
Foto: SAP

Umso wichtiger ist für die Analysten der Fokus auf die Kosten. Zu Beginn des zweiten Halbjahres hatte es in Medienberichten geheißen, SAP trete auf die Kostenbremse bei Mitarbeiterreisen und Einstellungen - Luka Mucic und sein Vorgänger haben solche Aufrufe zur Disziplin in den vergangenen Jahren immer wieder getätigt. Experte Adam Wood von der US-Bank Morgan Stanley sieht es dennoch als gutes Zeichen, die Marge dürfte im Vorjahresvergleich weit moderater zurückgehen als im Vorquartal, als sie um hohe 1,7 Prozentpunkte nachgab.

Cloud-Abos von SAP gefragt

Die Margen sinken, weil das Cloud-Geschäft noch nicht so lukrativ ist wie das Stammgeschäft, aber schneller wächst und damit einen immer größeren Teil einnimmt. Von Juli bis Ende September dürften die Cloud-Abos erneut um gut 27 Prozent auf 978 Millionen Euro Umsatz zugelegt haben.

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Aber auch innerhalb des erklärten zukünftigen Standbeins gibt es unterschiedliche Teile: Die hoch standardisierte sogenannte "Public CloudCloud" - sozusagen Software-Angebote von der Stange - werfen schon gutes Geld ab. Die für den Kunden maßgeschneiderten Programme der "Private Cloud" brauchen noch hohe Investitionen unter anderem in Rechenzentren. UBS-Analyst Michael Briest geht von einer weiter sinkenden Bruttomarge in der Cloud insgesamt aus. Alles zu Cloud Computing auf CIO.de

Vor diesem Hintergrund wird es interessant, wie sich McDermott und Mucic zum kommenden Jahr äußern. Dann nämlich soll die seit Jahren sinkende Marge wieder steigen. Nachdem SAP vor einiger Zeit die übergreifende Margenprognose für den Konzern gestrichen hatte und sich der Fokus eher auf das kräftige Wachstum in der Cloud richtete, legen Analysten nun wieder vermehrt ihr Augenmerk auf die Ertragskraft. Gerardus Vos von der britischen Bank Barclays erwartet wie Adam Wood erste Anzeichen der Besserung bei den Kosten - und einen klaren Fahrplan zur angekündigten Margenwende 2018. (dpa/rs)

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