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Berliner Charité nutzt Spracherkennung für mehr Effizienz

Die Berliner Charité setzt im Krankenhausbetrieb auf Datenanalyse in Echtzeit. Der erste Schritt ist der Aufbau einer Infrastruktur mit Spracherkennung.
Die Software zur Spracherkennung wird an allen vier Standorten der Charité eingesetzt.
Die Software zur Spracherkennung wird an allen vier Standorten der Charité eingesetzt.
Foto: Berliner Charite

Seit rund einem Jahr nutzt die CharitéCharité Universitätsmedizin Berlin an allen Standorten in der Hauptstadt das Spracherkennungssystem Dragon Medical der Firma Nuance. Mittlerweile sind 1.200 User dafür registriert. Neben Ärzten setzen auch Mitarbeiter der Verwaltung und anderer Geschäftsbereiche die Software ein. Als Stand-Alone-Anwendung ist sie prinzipiell für jedes System verfügbar, sowohl für das Krankenhausinformationssystem als auch für E-Mails oder die Textverarbeitung. Top-500-Firmenprofil für Charite

Die Spracherkennung sei ein erster Schritt hin zu mehr Effizienz im KlinikalltagKlinikalltag, berichtet Charité-CIO Martin PeukerMartin Peuker: Beispielsweise diktiert eine Nephrologin die Befunde einer Patientin in die elektronische Patientenakte, die auf ihrem Tablet liegt. Im Hintergrund wertet ein Algorithmus die Informationen aus. Bei Hinweisen auf ein akutes Nierenversagen wird die Ärztin alarmiert. In der Vergangenheit sei dies nur retroperspektiv möglich gewesen - das heißt, die Daten wurden erst erfasst und anschließend ausgewertet. In späteren Entwicklungen will die Charité diese Daten in Echtzeit, noch während der DatenerfassungDatenerfassung, nutzbar machen. Profil von Martin Peuker im CIO-Netzwerk Alles zu Big Data auf CIO.de Alles zu Healthcare IT auf CIO.de

Cloud-basierter Datenpool für das Vokabular

Die Sprachsoftware greift auf medizinisches Vokabular sowie einen allgemeinen Erkennungswortschatz zurück. In der Neuropathologie passten die Mitarbeiter das vorhandene medizinische Vokabular an, um die Erkennungsgenauigkeit zu erhöhen. Die Wortschatzpflege im laufenden Betrieb übernehmen die Anwender selbst: Sie können ihrem persönlichen Stimmprofil Wörter zuordnen. Wörter, die von mehreren Anwendern häufig hinzugefügt werden, übernimmt die IT in das zentrale Erkennungsvokabular. Die Nutzerverwaltung, die zu den aufwendigsten Tätigkeiten der IT zählt, erfolgt zentral und dauert eine Minute pro Anwender.

Die flächendeckende Sprachinfrastruktur funktioniere mithilfe einer "Sprach-Cloud", die allerdings on-premise installiert wurde, so die Verantwortlichen. Dies habe zwar zusätzlichen Aufwand verursacht, stelle aber eine gute Netzwerkanbindung sicher. Zudem sei dies der einfachere Weg gewesen, die campusweite Spracherfassung gemäß der DSGVODSGVO aufzusetzen. Alles zu DSGVO auf CIO.de

Ein Baustein der mobilen Zukunft

Die neue Infrastruktur ist für die Charité vor allem in Sachen Mobilität ein wichtiger Baustein. Gegenwärtig sind in den Krankenhäusern über 800 iPads im Einsatz, Tendenz steigend. Ein erstes Pilotprojekt mit sprachbasierter Datenerfassung auf TabletsTablets lieferte gute Erkennungsergebnisse. Alles zu Tablets auf CIO.de

Über das VPN der Charité steht die Spracherkennung auch auf Dienstreisen oder zuhause zur Verfügung - inklusive der persönlichen Erkennungsvokabulare und Sprachprofile.

Charité | Spracherkennung
Branche: GesundheitswesenGesundheitswesen
Zeitrahmen: März 2015 bis Januar 2016
Mitarbeiter: 7
Produkte: Dragon Medical Direct
Dienstleister: Nuance Healthcare
Einsatzort: Berlin, alle vier Standorte der Charité Universitätsmedizin
Internet: www.charite.de Top-Firmen der Branche Gesundheit

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