10 Tricks

Mit diesen Powerpoint-Tipps ist Ihre Präsentation up-to-date

Marion Koppitz (Jahrgang 1966) ist Gründerin, Gesellschafterin und CEO von i-pointing, einem Anbieter für Präsentationserstellung. Die in Passau geborene Betriebswirtin war mehrere Jahre bei Siemens Management Consulting als Präsentationsdesignerin tätig, bevor sie dort als Kommunikationsberaterin Turnaround-Projekte unterstützte. Im Jahr 2001 gründete sie die Firma i-pointing.
Große Überschrift, drei bis fünf Bullet Points und noch ein nettes Bild daneben: Die meisten Powerpoint-Präsentationen sehen immer gleich aus. Bei den Zuschauern führt das schnell zur Ermüdung. Doch wer seine Folien optisch ansprechender gestaltet, kann das Auditorium in seinen Bann ziehen.

• Typo

Seit einiger Zeit waren große Bilder in Powerpoint Gang und Gäbe. Doch Trends ändern sich. Jetzt wird verstärkt mit Worten gearbeitet. Text darf und soll alleine stehen, ohne Ablenkung durch Bilder, auffällige Hintergründe, Rahmen oder Linien. Mit der Typografie spielen darf man dagegen schon. Besondere Schriftarten abseits von Times New Roman und Arial, Hervorhebungen durch Farbe oder unterschiedliche Schriftgrößen stellen das Wichtigste in den Mittelpunkt: den Inhalt.

• Echte Bilder

Wem gefällt schon die immer gleiche, unrealistische Scheinwelt der Stockfotos? Bisher lächelten händeschüttelnde Chefs, Mitarbeiterinnen in frisch gebügelten Blusen oder Einkaufstüten schwingende Kunden von den Slides. Wenn schon Bilder zum Einsatz kommen, dann individuelle, vielleicht sogar selbst fotografierte Bilder. Es muss nicht alles perfekt aussehen, sondern authentisch und sympathisch wirken. Dies gelingt beispielsweise, wenn Sie "echte" Mitarbeiter in ihrem Arbeitsumfeld fotografieren. So können sich Ihre Zuschauer viel besser mit den Inhalten identifizieren und lernen Ihr Unternehmen auf ganz neue Art und Weise kennen.

Was kommt wie bei meinem Publikum an? Denken Sie bei Ihrer Präsentation immer an Ihre Zuhörer.
Was kommt wie bei meinem Publikum an? Denken Sie bei Ihrer Präsentation immer an Ihre Zuhörer.
Foto: Zita - www.shutterstock.com

• Clean

Aufgeräumt, individuell, clean, wenig Inhalt, selbst gemacht - dies gilt nicht nur für Fotos, sondern auch für Icons, Illustrationen und andere eingebundene Medien. Verabschieden Sie sich von unnötigen Linien, Kästen und Logos, sie lenken nur vom Wesentlichen ab. Auch inhaltlich sollte der Verlauf Ihrer Präsentation einen roten Faden haben, den Sie beim Vortrag ohne Umwege verfolgen.

• Stilmix

Ein bewusstes Mixen von Stilarten ist nicht nur erlaubt, sondern ab sofort ein Muss. Aber Achtung, es sollte trotzdem alles zusammenpassen. Dafür braucht es wie in der Mode ein gewisses Stilgefühl: Man kann beispielsweise selbstgezeichnete bunte Figuren mit einer geometrischen Anordnung von Textkästen und einer schlichten Schrift ohne Serifen mixen, braucht dann aber eine gemeinsame Linie wie beispielsweise die gleiche Grundfarbe.

• Dynamik

Der neueste Schrei in Powerpoint: Cinemagramme, also leicht bewegte Bilder und Animationen auf statischem Hintergrund. Man kann sie mit den Animationsmöglichkeiten in Powerpoint herstellen und Abläufe verdeutlichen, indem sich komplexere Diagramme, grafische Darstellungen von Vorgängen oder Organigramme Schritt für Schritt aufbauen lassen. Damit lässt sich Aufmerksamkeit erzeugen, ohne dass es übertrieben wirkt oder ablenkt.

• Live dabei

Augmented Reality wird noch nicht in 2017 im Mainstream ankommen, aber gerade bei komplexen Produkten wird sie in Zukunft eine wichtige Rolle übernehmen. Bauteile, Autos, Medizintechnik oder auch Architektur-Entwürfe kann man sich zur besseren Vorstellung in 3D anschauen. Momentan ist die Hardware in Form von AR-Brillen wie der Hololens von Microsoft zwar noch zu teuer, aber in ein paar Jahren wird die Technologie aus Präsentationen nicht mehr wegzudenken sein.

• Zu viel, zu voll

Mehr ist mehr? Nein, auch bei Präsentationen bewahrheitet sich immer wieder das Sprichwort "Weniger ist mehr". Nicht jede Information, die Sie vermitteln wollen, muss auf den Folien stehen. Vergessen Sie nicht, dass Sie als Vortragender im Mittelpunkt stehen, nicht Ihre Präsentation. Diese soll lediglich die wichtigsten Zahlen und Fakten hervorheben. Dazu reicht es auch mal, wenn nur ein einziges Wort auf der Folie steht - der Rest folgt dann über die Tonspur.

• Eine Präsentation ist kein Handout

Sie wollen Zeit sparen und erstellen Präsentationen, die Sie als ausgedruckt gleich als Handout verwenden? Lassen Sie das, im besten Fall haben Sie dann ein toll gestaltetes Handout, aber eine schlechte Vortragspräsentation. Diese sollte im Gegensatz zum Handout schnell und einfach erfassbar sein, die Kernaussagen klar in den Fokus stellen und eine eventuelle Entscheidung gut vorbereiten. Zuviel Content verwirrt und Ihre Zuhörer schweifen ab. Das Handout dagegen sollte Erinnerungen festigen und Detailfragen klären.

• In der Farbpalette austoben

Verzichten Sie auf einen unkontrollierten Farbenmix, Ihr Corporate Design ist keine Demokratie, sondern eine berechtigte Vorgabe, um Ihr Unternehmen einheitlich nach innen und außen zu präsentieren. Mehr als zwei bis drei verschiedene Farben wirken unruhig und verhindern, dass die Präsentation wie aus einem Guss wirkt.

• I like to move it, move it

Es flirrt und flattert und jede Animation, die Powerpoint bietet, wird ausprobiert? Ein absolutes No-go, das Sie unbedingt vermeiden sollten. Die Augen Ihrer Zuhörer freuen sich!

Kommentare zum Artikel

comments powered by Disqus
Zur Startseite