Abschied

Prominente Tote des Jahres 2016 in der Wirtschaft

28.12.2016
Auch die Wirtschaft hatte 2016 den Verlust von Persönlichkeiten zu beklagen.

THOMAS WAGNER: Der Tod des Chefs des Reiseportal-Betreibers Unister (u.a. "ab-in-den-urlaub.de") beim Absturz eines Privatflugzeugs in Slowenien gab den Anstoß zu einem Wirtschaftskrimi. Wagner war auf dem Rückflug aus Venedig, wo er versucht haben soll, einen Millionenkredit aufzunehmen, dabei jedoch offensichtlich Opfer von Betrügern wurde. Unister stellte wenige Tage später einen Insolvenzantrag. Wagner galt zeitweise als ostdeutscher Vorzeige-Unternehmer, später gerieten Geschäftspraktiken von Unister immer wieder in die Kritik. Wagner starb am 14. Juli mit 38 Jahren.

ARTUR FISCHER: Seine Kunststoff-Dübel und "Fischertechnik"-Baukästen haben ihn weltweit bekanntgemacht. Mehr als 1100 Patente und Gebrauchsmusteranmeldungen gehen auf Fischers Konto. Dass er neben dem allseits bekannten grauen Plastikdübel auch den Synchronblitz für Fotoapparate entwickelt hatte sowie Schrauben für die Heilung von Knochenbrüchen, wissen nur wenige. Den Technikbaukasten erfand er ursprünglich als Weihnachtsgeschenk für Dübel-Kunden. Fischer starb am 27. Januar im Alter von 96 Jahren.

ANDREW GROVE: Als langjähriger Chef des Halbleiter-Riesen Intel gehörte er zu den einflussreichsten Köpfen der Computer-Ära. Grove stand mit an der Wiege der Halbleiter-Revolution, seine Management-Bücher ("Nur die paranoiden überleben") prägten das Vorgehen vieler Tech-Unternehmen. Geboren wurde er als András Gróf 1936 in einer jüdischen Familie in Budapest. Sein Vater wurde von den deutschen Besatzern in ein Arbeitslager geschickt, das er überlebte, András und seine Mutter wurden von einer Familie versteckt. Nach der Niederschlagung des Aufstandes von 1956 durch sowjetische Truppen floh er in die USA. Grove starb am 21. März im Alter von 79 Jahren.

Der langjährige Intel-Chef Andrew Grove gehörte er zu den einflussreichsten Köpfen der Computer-Ära.
Der langjährige Intel-Chef Andrew Grove gehörte er zu den einflussreichsten Köpfen der Computer-Ära.
Foto: Intel

HEINZ HANKAMMER: Seine erste Serie von Wasserfiltern - zum Auffüllen von Autobatterien in Tankstellen und Autowerkstätten - montierte er noch eigenhändig im heimischen Garten. Der Durchbruch gelang ihm mit dem Brita-Tischwasserfilter. Zuletzt machte die 1966 gegründete Familienfirma mit Hauptsitz in Taunusstein mit 1480 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 429 Millionen Euro. Hankammer starb am 18. September im Alter von 84 Jahren.

GILLIS LUNDGREN: Kaum jemand seiner Kunden kannte seinen Namen - aber seine Kreation gehört seit Generationen zu den ersten Möbelstücken. Lundgren erfand für Ikea das "Billy"-Regal, das 1979 in den Handel kam. In den 30 Jahren bis 2009 wurde es dem Möbelkonzern zufolge weltweit 41 Millionen Mal verkauft. Der Designer starb am 25. Februar im Alter von 86 Jahren.

MICHAEL DELLIGATTI: Als Kunden seiner McDonald's-Filialen sich größere Burger wünschten, machte der Restaurant-Manager aus der Nähe von Pittsburg 1967 sie zweistöckig mit extra Brotschicht in der Mitte. Das war die Geburtsstunde des "Big Mac". Nachdem er in den von Delligatti betriebenen 47 Filialen zum Hit wurde, kam der Burger 1968 ins McDonald's-Menü in den gesamten USA. Inzwischen verkaufte die Fast-Foode-Kette Milliarden davon, die Zeitschrift "The Economist" erfand sogar den Big-Mac-Index, um über den Preis des Burgers in verschiedenen Ländern die Kaufkraft von Währungen zu vergleichen. Delligatti starb am 28. November im Alter von 98 Jahren. (dpa/ad)

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