Weihnachtsgeschäft unter den Erwartungen

Amazon enttäuscht die Anleger

06.02.2017
Der lange Zeit defizitäre Internetriese Amazon schafft dank eines boomenden Cloud-Geschäfts sein siebtes Quartal mit schwarzen Zahlen in Serie. Doch den Anlegern gefallen die Zahlen trotzdem nicht. Die Börse hatte auf höhere Erlöse und einen besseren Ausblick gehofft.
Nicht nur das Weihnachtsgeschäft auch der Ausblick auf das laufende Quartal verfehlte die Markterwartungen erheblich.
Nicht nur das Weihnachtsgeschäft auch der Ausblick auf das laufende Quartal verfehlte die Markterwartungen erheblich.
Foto: Hadrian - shutterstock.com

Beim weltgrößten Online-Händler AmazonAmazon lief das Weihnachtsgeschäft nicht so rund wie erwartet - Anleger reagierten enttäuscht. Die Erlöse legten im vierten Quartal zwar um 22 Prozent verglichen mit dem Vorjahreswert auf 43,7 Milliarden Dollar (40,6 Mrd Euro) zu, wie der Konzern am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit blieb der Umsatz aber deutlich unter den Prognosen der Analysten. Die Aktie gab nachbörslich um vier Prozent nach. Im Jahresvergleich liegt der Kurs dennoch mit über 50 Prozent im Plus. Alles zu Amazon auf CIO.de

Amazon stellte einen Umsatz zwischen 33,25 und 35,75 Milliarden Dollar in Aussicht. Dass der Online-Shoppingriese zum Jahresende einen überraschend hohen Gewinn machte, konnte Börsianer vorerst nicht besänftigen. Der Überschuss legte im Schlussquartal im Jahresvergleich um 55 Prozent auf 749 Millionen Dollar (696 Mio Euro) zu. Damit gelang bereits das siebte Vierteljahr mit schwarzen Zahlen in Folge.

Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr wuchs der Umsatz um 27 Prozent auf 136 Milliarden Dollar. Der Gewinn stieg von 596 Millionen auf 2,4 Milliarden Dollar. Die boomende Cloud-Plattform AWS ließ kräftig die Kassen klingeln. Das hochprofitable Geschäft mit Rechenleistung aus dem Netz spielte 2016 Erlöse von 12,2 Milliarden Dollar ein und übertraf das Umsatzziel von zehn Milliarden somit deutlich.

Schlagzeilen machte Amazon zuletzt auch mit einem Vorstoß in den Transportmarkt. Am Dienstag hatte der Konzern, der bereits eine Lieferwagen- und Boeing-Flotte betreibt, den Bau eines eigenen Frachtflughafens im US-Bundesstaat Kentucky angekündigt. Damit ergreift Amazon weitere Maßnahmen, sich unabhängiger von den klassischen Zustelldiensten wie UPS oder FedEx zu machen.

Zudem bereitet der Konzern eine Offensive im stationären Einzelhandel vor. Im Dezember eröffnete Amazon in Seattle ein erstes Lebensmittelgeschäft, in dem der Einkauf ohne Kassen und Warteschlangen funktionieren soll. Sensoren ermöglichen es, die gewünschten Produkte auszusuchen und dann mit einer App über das Amazon-Konto abzurechnen. Bald soll der bislang nur für Mitarbeiter zugängliche Supermarkt für die breite Kundschaft öffnen. (dpa/rs)

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