Trotz Brückenkredit

Bei Air Berlin drohen bald erste Flugausfälle

23.08.2017
Bei Air Berlin könnten einem Bericht zufolge trotz des Brückenkredits der Bundesregierung bald die ersten Flüge ausfallen.
Viele Lieferanten und Flughäfen verlangen von Air Berlin inzwischen Vorkasse.
Viele Lieferanten und Flughäfen verlangen von Air Berlin inzwischen Vorkasse.
Foto: Cineberg - shutterstock.com

Es gebe die Gefahr, dass die insolvente Fluglinie Teile ihres Flugbetriebs schon bald nicht mehr aufrechthalten könne, berichtete die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf mit der Situation vertraute Insider. Der umstrittene Brückenkredit des Staates über 150 Millionen Euro soll eigentlich den Flugbetrieb für drei Monate sichern.

Auf dieses Geld habe Air BerlinAir Berlin zwar Zugriff, habe aber keinen Zugang auf Umsätze aus Vorausbuchungen für künftige Flüge. "Diese landen auf einem neutralen Konto, um sicherzustellen, dass Kunden ihr Geld zurückbekommen, falls Flüge gestrichen werden", hieß es in dem Bericht. Diese Regelung verschärfe offenbar die Geldknappheit des Unternehmens, das zwar im Augenblick einen Großteil der Löhne nicht mehr bezahlen und auch die Schulden nicht mehr bedienen muss. Top-500-Firmenprofil für Air Berlin

Doch der Flugbetrieb kostet trotzdem viel Geld - zumal viele Lieferanten und Flughäfen inzwischen Vorkasse verlangen. Die drohenden Flugausfälle verschärfen dem SZ-Bericht zufolge das Tempo bei den Verhandlungen über die Aufteilung der Fluglinie - dieses ist ohnehin sehr hoch. Am heutigen Mittwoch - also eine Woche nach dem Insolvenzantrag - beraten erstmals die Gläubiger über den Verkauf der Fluggesellschaft.

Nach SZ-Informationen soll dabei bereits die Aufspaltung beschlossen werden. Es liefen Verhandlungen über eine Absichtserklärung zum Verkauf der österreichischen Tochtergesellschaft Niki an LufthansaLufthansa. Eine Zustimmung des Ausschusses gelte als wahrscheinlich. Air Berlin hatte am Freitag mit der Lufthansa konkrete Gespräche über die Übernahme von Teilen des FluggesellschaftFluggesellschaft aufgenommen. Top-500-Firmenprofil für Lufthansa Top-Firmen der Branche Transport

Als weitere Interessenten gelten Easyjet und die Thomas-Cook-Tochter CondorCondor. Die deutsche Fluglinie Tuifly des weltgrößten Reisekonzerns TuiTui ist zudem an einer Lösung für die Flugzeuge und Besatzungen interessiert, die sie seit Jahren an Air Berlin und inzwischen an deren Tochter Niki verleast hat. (dpa/rs) Top-500-Firmenprofil für Condor Top-500-Firmenprofil für TUI

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